Akzeptanz in herausfordernden Situationen

akzeptanz

Eines der schwierigsten Dinge, die wir Menschen lernen dürfen, ist Akzeptanz.

Sobald wir dazu aufgefordert werden, eine Situation, Erfahrung, Krankheit, gewisse Umstände, Regeln oder das Leben selbst einfach zu akzeptieren, werden wir von einem Meer voller Aber-Wellen überschwemmt:

Aber ich kann doch nicht einfach akzeptieren, dass ich eingesperrt werde!

Aber es muss doch eine andere Lösung geben.

Aber ich kann mir doch nicht meine Freiheit durch Regeln wegnehmen lassen.

Aber ich will meine Meinung behalten und sehe nicht ein, dass diese Regeln auch für mich gelten sollen!

Vor der Akzeptanz kommt erstmal die Trotzreaktion

Die Aber-Wellen schaukeln sich auf, bis sie uns überfluten, was nicht selten in einer Trotzreaktion endet.

Eine solche Reaktion kann dann so aussehen, dass wir uns unvernünftig oder sogar fahrlässig verhalten.

Dann kümmern uns weder Gesetze noch Regeln, weil wir andere nicht über unser Leben bestimmen lassen wollen.

Nachdem die Aber-Wellen abgeebbt sind und die Folgen der Trotzreaktion sichtbar werden, sehen wir klarer.

Manchmal kommen wir auch mit einer solchen Aktion davon und sind stolz auf uns, nicht erwischt worden zu sein.

Dann folgt (manchmal) die Einsicht

Wenn wir allerdings näher hinschauen, entdecken wir oft, dass wir entweder zu wenig Informationen hatten, um die Lage gut genug einschätzen zu können.

Dann werden wir kleinlaut und behalten unseren zivilen Ungehorsam für uns, weil die Regel-Aufsteller es doch besser wussten und wir unsere beschränkte Sicht der Dinge erkennen.

Oder der Rebell in uns hatte einfach keine Lust, sich an die Regeln zu halten und er bleibt bei seiner Einschätzung:

Akzeptanz ist und bleibt was für Weicheier, für Mitläufer, für Menschen, die sich anpassen und unterdrücken lassen.

Sollen sich doch all die anderen hintenanstellen, ich lasse mich nicht rumkommandieren und einsperren!

Wohnt ein rebellischer Teil in Dir?

Wenn wir in uns reinhorchen in diesen Tagen, könnte es sein, dass wir auch in uns einen rebellischen, trotzigen Teil entdecken.

Er hat keine Lust, sich den Frühling mit all seinen Lieblichkeiten draußen verbieten zu lassen.

Endlich wieder in der Eisdiele oder im Café sitzen und mit Freunden treffen!

Die Geburtstage feiern, die gerade anstehen.

Die Kinder wieder normal in die Schule schicken.

Ohne Probleme mit anderen Menschen zusammenkommen, gerne auch in Gruppen, um sich über das gemeinsam überstandene Desaster zu unterhalten.

Wohnt so ein ähnlicher Teil auch in Dir?

Es kostet viel Energie, den Rebellen zu vertrösten

Merkst Du, wie anstrengend es ist, ihn bei Laune zu halten, indem Du ihn auf später vertröstest?

„In ein paar Wochen wird schon alles wieder zur Normalität zurückkehren.“

„Hab Geduld, es hat doch sowieso keinen Sinn, sich dagegen zu wehren.“

„Wir stehen das durch!“

Das sind alles wunderbare Versuche, mit der Situation besser zurecht zu kommen und doch zehren sie jede Menge Energie.

Gerade als Intros dürfen wir mit unserem Energievorrat möglichst schlau haushalten, damit wir länger durchhalten.

Hoffentlich hast Du eine Möglichkeit, Dir täglich ein wenig Freiraum zu verschaffen, damit Du regelmäßig Deine Energie aufladen kannst.

Akzeptanz kostet nichts, nur Übung

Akzeptanz kann da Wunder wirken, denn dabei gibt es nichts zusätzlich zu tun.

Du darfst einfach beobachten – gerne auch den trotzigen kleinen rebellischen Teil in Dir.

Neben all den Familien, die von den schlimmen Auswirkungen der Situation betroffen sind, dürfen wir diesem Teil in uns besonders viel Mitgefühl entgegenbringen.

Akzeptanz erkennt an, dass all die Konzepte und Rezepte, die wir für unser Leben zu haben glaubten, gerade nicht anwendbar sind.

Statt uns zu wehren und damit unheimlich viel an Energie im Kampf gegen das Unvermeidliche zu verbrauchen, dürfen wir das Leben akzeptieren, wie es ist.

Du darfst trotzdem unterstützend wirken

Das verbietet uns andererseits aber nicht, unser Immunsystem zu stärken, uns an die Regeln zu halten, um uns und andere nicht anzustecken oder andere Menschen zum Beispiel durch Nachbarschaftshilfe zu unterstützen.

Auch wenn Du gesundheitlich, psychisch oder physisch Hilfe brauchst, meldest Du Dich unbedingt bei den Stellen, die Dich unterstützen können, damit wir alle gut durch diese Krise kommen.

Akzeptanz lässt uns jeden Tag so nehmen, wie er kommt.

Mit all seinen Möglichkeiten und Herausforderungen, vor die wir gestellt werden.

Wie geht es Dir mit der Akzeptanz in Deinem Leben?

Hattest Du schon öfter die Möglichkeit, sie einzuüben?

Schreibe mir gerne einen Kommentar!

Alles Liebe für Dich und Deine Lieben

Claudia

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