Akzeptieren ohne zu mögen

akzepieren

Akzeptieren heißt, dass Du einen Menschen, eine Situation oder eine Erfahrung, Deine Gefühle und Eigenheiten annimmst, wie sie sind.

Dabei darfst Du Dir Deine eigenen Gedanken machen und musst die Sache, die Du akzeptieren willst, nicht einmal mögen.

Beim Akzeptieren nimmst Du etwas so wahr, wie es sich Dir zeigt und schaust es zunächst einfach nur an.

Ohne etwas verändern oder zurechtrücken zu wollen.

Akzeptieren ist schwer

Vielleicht kennst Du den Satz „Dann muss ich das wohl akzeptieren“.

Er beschreibt, dass Akzeptieren zum einen schwer ist.

Zum anderen fühlt sich der Mensch, der ihn sagt, fast schon verpflichtet dazu, als hätte er keine Wahl.

Die Wahl besteht allerdings immer, so dass Du durchaus auch ablehnen kannst, etwas zu akzeptieren.

Sobald Du in die Ablehnung gehst, wählst Du etwas anderes.

Anstatt zu akzeptieren, lehnst Du ab.

Ablehnung ist mit einem erhöhten Energieaufwand verbunden und bedeutet gleichzeitig, dass Du gegen das zu Akzeptierende arbeitest.

Mögen ist freiwillig

Eine andere Vorgehensweise, die weitaus energieschonender ist, lautet:

Akzeptieren, ohne zu mögen.

Dabei akzeptierst Du, was Du gerade erlebst, wie Du behandelt wirst oder vor welche Herausforderung Du gerade gestellt wirst.

Aber parallel dazu entscheidest Du Dich auch dafür, die Sache, Situation oder die Handlung eines Menschen nicht zu mögen.

Das wirkt dann eher beschreibend und weniger kämpferisch.

Ablehnung kostet Energie

Wenn Du die Entscheidung triffst, nicht zu akzeptieren, verlangst Du von Dir, eine andere Lösung zu finden.

Du entscheidest Dich, zu handeln und Deine Lösung der Situation oder einem Menschen aufzunötigen.

Ob es Dir bewusst ist oder nicht, Du begibst Dich in einen Disput, der weitaus mehr Einsatz von Dir verlangt als die Akzeptanz.

Als Beispiel nenne ich hier einmal einen Teenager, der seine Eltern durch sein Verhalten auf die Probe stellt.

Teenager versus Eltern

Früher waren die Eltern es gewohnt, dass ihr Kind ihren Vorschlägen gefolgt ist und es sich an die Regeln innerhalb der Familie gehalten hat.

Von heute auf morgen bricht eine Teenager-Revolte aus und die Eltern erkennen ihr Kind kaum wieder.

Die permanente Weigerung, die Hausaufgaben zu erledigen oder vor Mitternacht ins Bett zu gehen, ist dafür ein zermürbendes Anzeichen.

Falls die Eltern auf die Idee kommen, härtere Geschütze in Form von Smartphone- und Computerspielverboten aufzufahren, könnte das für einige Stunden das Mittel der Wahl sein.

Aber bitte nicht zu früh freuen, denn diese Art Scharmützel ist kein Kampf, der an einem Tag zu gewinnen ist.

Andauernde Grabenkämpfe beschreibt wohl eher, worauf sich beide Seiten einstellen sollten.

Akzeptanz statt dauernder Kämpfe

Es sei denn, Akzeptanz kommt ins Spiel.

Das verlangt von beiden Parteien ein hohes Maß an Vertrauen und Bereitschaft, miteinander ehrlich ins Gespräch zu kommen.

Eltern und Teenager dürfen erkennen, dass Akzeptieren alle Belange mit einbezieht, ohne dass die Beteiligten die Vorgehensweise mögen müssen.

Eine echte Chance auf Frieden besteht, wenn immer wieder Gespräche darüber geführt werden, wie die jeweilige Seite sich fühlt.

Und was die Revolte an Bedürfnissen und Gefühlen ausdrückt.

Dann erkennen alle, dass Akzeptieren der einzige Weg ist.

Trennung zwischen Handlung und Handelndem

Dabei werden die Eltern wahrscheinlich immer wieder ausdrücken dürfen, dass sie das Verhalten des Teenagers nicht mögen, obwohl sie seine Beweggründe akzeptieren.

Genauso darf der Teenager akzeptieren, dass seine Eltern gute Gründe für bestimmte Regeln haben und dass er sie dann zwar befolgt, aber nicht mögen muss.

Die Trennung zwischen der Handlung und dem Handelnden ist wichtig.

Natürlich lieben die Eltern auch ihr rebellisches Teenager-Kind.

Aber seine Handlungen stellen sie immer wieder vor herausfordernde Situationen.

Wie gut, wenn eine offene Kommunikationsbereitschaft in der Familie herrscht, in der jeder sagen darf, was er denkt.

Herausforderungen als Spiegel

Hast Du schon einmal Erfahrungen mit Dingen, Situationen oder Menschen gemacht, die Du zwar akzeptieren konntest, aber dennoch nicht mochtest?

Diese Herangehensweise erlaubt uns auch, an Herausforderungen zu wachsen.

Und sie als Spiegel zu betrachten, der uns vorgehalten wird.

Falls Du ein rebellisches Kind hast, könntest Du Dich fragen, was Dir sein Verhalten gerade zeigen will.

Natürlich verhält sich das Kind nicht bewusst so und manchmal dauert es eine Weile, bis Du verstehst, für was Dir der Spiegel die Augen öffnen möchte.

Allerdings lohnt es sich, näher ranzugehen und genauer zu schauen, was es sein könnte.

Daraus lernen wir sehr intensiv, wie wir noch besser akzeptieren können.

Auch die Teile in uns, denen wir dadurch vielleicht erst auf die Schliche kommen und die uns noch nicht so bewusst waren.

Akzeptieren ohne zu mögen ist eine gute Energiespar-Strategie und gleichzeitig ein wunderbarer Anlass, uns selbst besser kennenzulernen.

Was lernst Du gerade zu akzeptieren?

Alles Liebe – Claudia

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