Aus der Mitte entspringt die Verbindung

verbindung

Wir Introvertierten blühen genauso in der Verbindung zu anderen Menschen auf wie Extravertierte.

Nur auf eine andere Weise.

Wir knüpfen Verbindungen aus unserer Mitte und sobald diese Verbindung besteht, erweist sie sich oft als besonders stabil.

Extravertierte knüpfen schnell Kontakte

Wenn Du in Westeuropa oder Nordamerika lebst, ist die Kultur um Dich herum eher extravertiert orientiert.

In einer solchen Kultur tun sich extravertierte Menschen leichter, Freundschaften zu schließen und andere Leute kennenzulernen.

Das stimmt soweit auch.

Vor allem, wenn Du Dir erst einmal nur die große Anzahl der Menschen anschaust, die Extravertierte zu ihren Freunden zählen.

Dabei machen sich viele Extravertierte keine großen Gedanken darüber, inwieweit sie die gleichen Werte haben oder wie gut sie als Freunde miteinander harmonieren.

Im Vordergrund stehen meist ähnliche Interessen, ein Netzwerk von gemeinsamen Freunden oder der Spaß an gemeinsamen Unternehmungen.

Viele Freunde, wenige echte Freundschaften

Soweit, so gut. Wobei Dir vielleicht schon allein beim Gedanken an „große Anzahl von Freunden“ oder „Spaß an Unternehmungen“ schwindelig wird.

Klar, wir Introvertierte wünschen uns auch, dass unsere Freunde ähnliche Interessen mit uns teilen und dass wir gemeinsam etwas unternehmen können.

Allerdings in Maßen und mit einer kleinen Anzahl von beteiligten Menschen.

Interessanterweise habe ich schon von dem ein oder anderen Extravertierten gehört, dass er sich darüber beschwert hat, dass seine „Freunde“ selten für ihn oder sie da sind, wenn man sie braucht.

Oder dass die „Freunde“ aufgrund ihres ständigen Beschäftigtseins auch sonst selten Zeit für einander haben.

Schließlich will der gesamte Freundeskreis mit Aufmerksamkeit bedacht werden.

Und bei so vielen verschiedenen Menschen fällt es manchmal schwer, den Überblick zu behalten.

Auch Extravertierte wissen tiefere Verbindungen zu schätzen

Umgekehrt wünschen sich manche Extravertierte, dass sie öfter mal in Ruhe zu Hause sein dürfen.

Ohne dass die „Freunde“ ständig dazu drängen, die nächste spaßige Unternehmung zu planen.

Und manchen Extravertierten sind einige diese Freundschaften tatsächlich zu oberflächlich.

Vor allem dann, wenn es manchem „Freund“ nur darum geht, mal eben kurz miteinander essen zu gehen und über all die gerade nicht anwesenden Freunde zu sprechen.

Oder so viele Verabredungen wie möglich in eine Woche zu pressen, damit man einen Haken hinter die „Freundschaftsverpflichtungen“ machen kann.

Hört sich das für Dich nach Freude an?

Oder nach Wärme und gegenseitiger Unterstützung?

Für mich auch nicht.

Daher können wir uns in Ruhe zurücklehnen und die ausgesuchten Freundschaften genießen, die wir haben.

Uns verbindet meistens mehr als nur der gleiche Geschmack bei Mode, Musik oder Essen.

Introvertierte Verbindungen gehen ganz von alleine tiefer

Oft begleiten wir uns gegenseitig über viele Jahre durchs Leben und lernen einander auf eine ganz verbindliche Weise kennen.

Wir fassen Vertrauen, können uns aufeinander verlassen und bringen uns echte Wertschätzung entgegen.

Dabei entsteht eine tiefe Verbindung, die auch dann bestehen bleibt, wenn an ihr gezogen wird.

Oder wenn wir uns eine Weile weder sehen noch hören oder lesen.

Wir wissen einfach, dass unsere Freunde da sind.

Es sind Freundschaften, die auch Stürme und Gewitter aushalten.

Freundschaften zwischen Extravertierten und Introvertierten können auch gutgehen

Wenn ich an meine Freundinnen denke, steigt ein warmes Gefühl der Dankbarkeit in mir auf.

Und ein Gefühl von Geborgenheit.

Jederzeit kann ich mich an sie wenden, wenn ich das Bedürfnis habe, mich mit ihnen austauschen zu wollen.

Meine Freundinnen sind fast alle introvertiert, so dass wir ein gutes Verständnis füreinander haben.

Die extravertierten Freundinnen in meinem Leben befinden sich auf dem Intro-Extra-Kontinuum eher in der Mitte.

Bei ihnen ist die Extraversion nicht so stark ausgeprägt.

Daher verstehen auch wir einander sehr gut und wissen uns gegenseitig zu schätzen.

Gegenseitige Wertschätzung erleichtert das Verständnis

Natürlich können auch Extravertierte und Introvertierte enge Freunde werden und voneinander lernen.

Jedoch könnte dies eine Beziehung sein, die von größeren Herausforderungen geprägt ist.

Besonders wenn beide jeweils sehr in Richtung Introversion beziehungsweise Extraversion tendieren.

Oftmals zerbrechen solche Freundschaften, weil den Freunden gar nicht bewusst ist, was sie voneinander unterscheidet.

Wenn sich mehr Menschen über ihre Veranlagung zu Intro- oder Extraversion bewusst wären, könnten sich manche Freundschaften leichter entwickeln und wären auch stabiler.

Ich wünsche Dir, dass Du die Verbindung zu Deinen Freunden zu schätzen weißt und viel Freude in Deinen Freundschaften erlebst.

Alles Liebe

Claudia

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