Die Schule geht wieder los, oder doch nicht?

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Es war schon alles geplant.

Die Lehrerinnen und Lehrer hatten das Material für die erste Woche nach dem Shutdown der Schule vorbereitet.

Die Abstände der Sitzplätze in den Klassenräumen waren ausgemessen, die Abläufe neu strukturiert und alle waren informiert, wie die ersten Tage ablaufen würden.

20 Stunden, aufgeteilt auf die Fächer Mathe, Deutsch, Englisch und Sachunterricht sowie die Vorbereitung auf die Fahrradprüfung waren vorgesehen.

Und jetzt das:

Aufgrund eines Gerichtsurteils wird der Start des Unterrichts in der Schule verschoben, erst einmal auf unbestimmte Zeit.

Die Kinder hatten sich schon auf die Schule gefreut

Das bedeutet weiterhin Unterricht zu Hause.

Neue Materialien für die Aufgaben der Schülerinnen und Schüler dürfen seitens der Schule vorbereitet werden.

Dabei hatten sich die allermeisten schon so auf den Unterricht mit den Schulkameradinnen und Schulkameraden gefreut.

So schön es auch ist, zusammen mit der Familie zu Hause zu sein. Langsam, aber sicher wäre es auch schön gewesen, die Schule wieder gemeinsam mit der Klasse und den Lehrerinnen und Lehrern zu erleben.

Eins ist sicher:

Unsere Kinder lernen jetzt so viel über Flexibilität und sich ändernde Pläne wie nie zuvor.

Es wird den Kindern guttun, wenn sie wieder in den „normalen“ Schulalltag zurückkönnen, das denke ich auch.

Von den Dingen, die wir jetzt lernen, profitieren wir in Zukunft

Andererseits lernen sie jetzt anhand dieser Situation das, was vielen Erwachsenen sehr schwerfällt.

Unsicherheit aushalten und Flexibilität als eine Schlüsselressource annehmen, die wir auf Dauer brauchen werden.

Unsere Sehnsucht nach Verlässlichkeit, nach Normalität, nach Sicherheit ist dabei sehr verständlich.

Viele von uns stehen vor Herausforderungen, die wir noch nie so erlebt haben.

Doch wir sind wahrscheinlich viel stärker und wiederstandsfähiger, als wir uns selbst vor dieser Krise eingeschätzt hätten.

Wir hatten vorher nur wenig Ahnung davon, zu was wir fähig sind, was wir alles aushalten können und wie gut oder weniger gut wir in solch einer Ausnahmesituation reagieren würden.

Wir sind noch nicht da

Jetzt, wo ein Teil der Normalität greifbar schien und doch wieder vom Tisch ist, fühlen wir uns in etwa so, wie unsere Kinder, wenn wir auf dem Weg in den Urlaub noch eine ganze Wegstrecke vor uns haben.

„Wann sind wir endlich da?“, fragen wir uns.

Allerdings sitzt in diesem Moment niemand am Steuer, der die Antwort wüsste.

„Bald!“ reicht uns nicht als Antwort, vor allem, weil es ein so diffuser Zeitbegriff ist.

Und dieses „Bald“ kommt ja auch mit der Einschränkung daher, dass es „bald“ noch weitere Shutdowns geben könnte, wenn es nicht so gut läuft wie erhofft.

Lernen, mit Unsicherheit umzugehen

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, mit dem Nachfragen aufzuhören, weil es eben doch keine definierte Antwort gibt.

Es gibt im Gegenteil unzählige Möglichkeiten, wie die Antwort ausfallen könnte.

Der Sinn und Unsinn von Antworten aus Glaskugeln scheint klar, daher lade ich Dich ein, lieber Ausschau zu halten nach dem, was hilfreich ist.

Was könnte das in dieser Situation sein?

Stelle Dir Fragen, die Dich weiterbringen

Was würdest Du als hilfreich empfinden, wenn Du Dir selbst eine Antwort auf die Frage „Sind wir bald da?“ geben dürftest?

Wie wäre es, wenn wir einfach Schritt für Schritt weitergehen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren?

Was ist Dein Ziel im Moment?

Möchtest Du gesund bleiben oder werden?

Was kannst Du dafür tun, dass es Dir trotz oder gerade wegen der derzeitigen Situation gut geht?

Kannst Du dazu beitragen, dass es den Menschen in Deinem Umfeld gut geht?

Kannst Du Pläne machen, wie Du in den nächsten Wochen Deine Zeit mit Dingen verbringen wirst, die Dir Freude machen?

Welche Fragen stellst Du Dir, die Hoffnung und Mut in Dir aufkeimen lassen?

Wie kannst Du mit Deiner Unsicherheit umgehen lernen, falls Du das in den letzten Wochen noch nicht für Dich geschafft hast?

Wir haben Glück

Die Schule wird wieder losgehen, wir werden uns wieder mit unseren Freundinnen und Freunden treffen können und wir werden wieder in den Alltag zurückkehren, auch wenn dieser eventuell anders aussehen wird.

Auf jeden Fall dürfen wir uns glücklich schätzen, dass wir diese Zeit mit unseren Lieben erleben können.

Es wäre schade, wenn wir das aus den Augen verlieren würden.

Diese besondere Zeit lehrt jeden Einzelnen von uns so viel und ich wünsche Dir, dass Du für Dich auf all Deine Fragen hilfreiche Antworten findest.

Alles Liebe

Claudia

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