Eine der besten Coaching-Fragen

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Es gibt ganze Bücher voll mit schlauen Fragen, die Coaches ihren Klientinnen und Klienten stellen können.

Gerade Coaches, die am Anfang ihrer Karriere sind, denken, dass sie gar nicht genug von diesen schlauen Fragen sammeln können.

Besonders introvertierte Coaches, die sich gerne bestens auf ihre Coaching-Sitzungen vorbereiten wollen, neigen zu dieser Vorgehensweise.

Das ist einerseits eine klasse Einstellung.

Andererseits ist eine 100%ige Vorbereitung gar nicht möglich.

Meistens kommt es beim Coaching anders, als man denkt

Oft verläuft ein Coaching völlig anders, als die Beteiligten denken.

Vordergründig geht es dem Klienten vielleicht um Probleme, die er auf Grund seiner zurückhaltenden Art im Arbeitsumfeld hat.

Tatsächlich stellt sich dann heraus, dass es um grundsätzliche Herausforderungen im Bereich Kommunikation geht, die natürlich auch Auswirkungen auf die Arbeit haben.

Gleichzeitig strahlt dieses Thema auch in all seine anderen Beziehungen mit Menschen aus.

Und er geht am Ende als Mensch aus dem Coaching hervor, der grundlegend seine Art der Kommunikation und damit seine Beziehungen zum Besseren verändert.

Die Zauberfrage, die so viel verändern kann

Dennoch gibt es höchst intensive Fragen, die eine unglaublich starke Wirkung haben können.

Eine dieser Fragen lautet:

Was würdest Du tun bzw. wie würdest Du Dich verhalten, wenn Du keine Angst hättest?

Wenn Du diese Frage nur einmal kurz liest, erscheint sie zunächst ganz harmlos und einfach.

Doch wenn Du Dir die Mühe machst und sie für Dich durchdenkst und – was noch wichtiger ist – durchfühlst, wird Dir ihr Potenzial schnell klar.

Kein Problem mit „Angst“?

Möglicherweise hast Du gar kein Problem mit „Angst“.

Also scheint die Frage Dir wenig zu bringen.

Wer gibt schon zu, dass er vor etwas Angst hat?

Dann schauen wir uns jetzt einmal an, was sich alles hinter dem Begriff Angst verbergen kann.

Angst kommt von Enge

Sie drückt sich auf verschiedenste Art aus.

Angst löst ein einengendes Gefühl in uns aus.

Wann spürst Du, dass Du Dich eingeengt fühlst?

Angst kann sich zum Beispiel hinter Begriffen wie Ärger, Wut, Lustlosigkeit, Sorgen, Perfektionismus, Zurückhaltung, Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Ausgrenzung, Partnerschafts- und Erziehungsprobleme, Strenge, Lieblosigkeit oder Ungeduld verbergen.

Wenn wir in den Rückzug gehen, statt Gefühle wie Freiheit, Liebe, Freude, Großzügigkeit, Zugehörigkeit, Verbundenheit und Gelassenheit zu spüren, kann die Angst dahinterstecken.

Auch hinter Vermeidung steckt Angst

Manchmal geben wir das nicht gerne zu, weil wir uns selbst gar nicht als ängstlichen Menschen einordnen würden.

Auch die „Angst vor etwas“ verdeutlicht, wovor wir Menschen öfter Angst haben, auch wenn wir es gar nicht so bezeichnen würden:

Wir wollen dann Dinge vermeiden wie Zurückweisung, Blamage, Schuldgefühle, Respektlosigkeit, Einsamkeit oder Ausgegrenztsein.

Findest Du bei Dir Gefühle oder Symptome, die Du nach dieser Beschreibung eventuell auf eine dahinterliegende Angst zurückführen kannst?

Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass jeder Mensch vor irgendetwas Angst hat, auch wenn er es nicht so nennen mag.

Das Potenzial der Frage entfaltet sich

Und unter dieser Voraussetzung kann die Frage „Was würdest Du tun bzw. wie würdest Du Dich verhalten, wenn Du keine Angst hättest?“ ihren Zauber entfalten.

Was würdest Du tun, wenn Du unabhängig von dem Urteil anderer über Dein Leben, Dein Verhalten, Deine Leistungen wärst?

Wenn Du keine Angst vor Zurückweisung oder Einsamkeit hättest?

Wie würde sich Dein Leben gestalten, wenn Du Dir diese Freiheit gestatten würdest?

Wenn Du Dich und Dein Leben zum Wohle aller auf Deine Talente und Begabungen ausrichten würdest?

Die Frage kannst Du aus dieser Perspektive tatsächlich als eine der besten Coaching-Fragen bezeichnen.

Selbst-Coaching, das lange wirkt

Auch hier ist es wieder sehr wertvoll, wenn Du Dir die Zeit gönnst und die Frage schriftlich für Dich beantwortest.

Die investierte Zeit kannst Du als kostenloses Selbst-Coaching betrachten.

Es kann als Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen in Deinem Leben dienen.

Die Frage ist aus meiner Sicht so tiefgründig, dass Du sie einige Tage lang in Deinem Unbewussten mit Dir herumtragen kannst.

Du wirst immer weitere Aspekte entdecken, die Dir hilfreich erscheinen und kannst Deine Aufzeichnungen über einen längeren Zeitraum ergänzen.

Ich wünsche Dir viel Freude und tiefe Erkenntnisse, wenn Du Deine Antworten auf diese Frage findest.

Alles Liebe

Claudia

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