Eine Frage der Freude

Stell Dir die Frage nach der Freude

Es ist super anstrengend, wenn Du die ganze Zeit versuchst, nach außen so zu wirken, als hättest Du alles im Griff und als wäre alles immer toll.

Dabei richtest Du Deine Aufmerksamkeit vor allem darauf, was von Dir durch andere Menschen und Umstände erwartet wird.

Du bist konstant damit beschäftigt, Deine Sache so gut wie möglich zu machen.

Wobei das Wort Sache für alles stehen kann, was Dir dazu einfällt:

Du willst Deine Sache als Arbeitnehmer*in, als Elternteil, als Kind Deiner Eltern, als Schwester, Bruder, Tante, Onkel, Oma, Opa oder als Schüler, Student, Freund*in, Vereinsmitglied oder in welcher Eigenschaft auch immer gut machen.

Das ist einerseits klasse und lobenswert, andererseits birgt es auch eine Gefahr:

Dass Du Dich hauptsächlich nach den Erwartungen der Anderen richtest und gar nicht hinterfragst, ob es Dir Freude macht.

Warum tust Du, was Du tust?

Du kennst bestimmt das Gefühl, dass Du alles gegeben hast und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wird es von anderen nicht genug anerkannt und gewürdigt.

Jetzt kannst Du Dir die folgende Frage stellen:

Haben mich die anderen überhaupt darum gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen?

Oder habe ich mich freiwillig dafür gemeldet und zur Verfügung gestellt?

„Immer Dieselben“

Im ehrenamtlichen Bereich höre ich oft, dass es ja „immer Dieselben“ sind, die sich einsetzen.

Wir, also „immer Dieselben“ sitzen dann zum Beispiel in der Elternbeiratssitzung und überlegen uns, wie es kommt, dass wir immer die gleichen Gesichter sehen.

Weil wir uns freiwillig gemeldet haben, weil wir uns haben überreden lassen und weil wir denken, ohne uns würde es nicht laufen, deshalb.

Es macht Spaß, sich ehrenamtlich zu engagieren, zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Irgendwann kommt der Punkt, spätestens wenn Du zu einem der „immer Dieselben“ geworden bist, dass Du merkst, wie die Freude am Tun weniger wird.

Jetzt ist es hilfreich, wenn Du Dir folgende Fragen stellst:

Möchte ich weiterhin meine Energie und Zeit für diese Sache einsetzen, oder nicht? Macht es mir noch Freude, hierbei mitzuarbeiten, oder nicht?

Wenn die Antwort „Nein“ lautet, dann ist es vielleicht an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

Möglicherweise lässt Du Dich bei der nächsten Wahl zum Elternbeirat nicht mehr aufstellen. Damit gibst Du auch einmal anderen Menschen die Chance, bei der nächsten Sitzung gesehen zu werden.

„Immer Dieselben“ werden sich über den frischen Wind freuen, falls sie selbst nicht längst in der Zwischenzeit für sich das Fazit gezogen haben, ebenfalls aufzuhören.

Wie schaut es mit der Freude in Familie und Beruf aus?

In anderen Bereichen, wie zum Beispiel im Familienverbund oder auf der Arbeit ist es nicht ganz so leicht.

Aber auch hier darfst Du Dir Fragen stellen: Macht mir meine Arbeit grundsätzlich noch Freude? Falls nicht, was könnte ich ändern, um wieder mehr Freude zu empfinden?

Oder in der Familie: Bin ich mit der Art und Weise zufrieden, wie wir als Familie miteinander umgehen? Wobei geht im Alltag die Freude verloren und wie können wir das anders gestalten, damit wieder mehr Leichtigkeit und Spaß bei uns einzieht?

Fragen sind ein wunderbares Werkzeug, um sich über alles klar zu werden. Fragen zu lesen ist dabei eine Sache. Das andere ist, sich hinzusetzen und über die Fragen tatsächlich nachzudenken.

Diese Arbeit kann Dir keiner abnehmen, aber vielleicht reicht es ja schon, wenn Du einfach nur den Stupser bekommst, loszudenken.

Aufschreiben hilft, Klarheit zu gewinnen

Ich gebe Dir in meinen Artikeln immer wieder den Tipp, die Dinge aufzuschreiben. Auch das ist eine Sache, über die Du wahrscheinlich schon hundert Mal drübergelesen hast.

Sobald Du allerdings anfängst, Dich mit Stift und Notizbuch oder an den Laptop hinzusetzen und loszuschreiben, wirst Du erst merken, was Aufschreiben bewirken kann.

Da wir Introvertierten so sehr in unseren Köpfen und Denkwelten unterwegs sind, ist es unglaublich hilfreich, wenn wir diese Gedanken einmal herausholen und auf Papier oder in ein Dokument am Laptop bannen.

Du merkst, wieviel Klarheit sich Dir auf einmal zeigt.

Beim Denken fallen einige Ideen und schöne Gedanken durch ein Sieb ins Nichts und sie sind für immer verloren.

Schreibe sie auf und Du kannst sie bewahren und entweder weiterentwickeln oder als Erinnerung daran, wie Du heute gedacht hast, aufheben.

Wie handhabst Du Deine Ideensammlung, schreibst Du viel auf oder versuchst Du, Dich an die wichtigsten Dinge zu erinnern, um sie dann doch im Laufe der Zeit für immer ans Nichts zu verlieren?

Schreibe mir gerne einen Kommentar!

Für heute wünsche ich Dir alles Liebe

Claudia

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