Immer wieder Missverständnisse

missverständnisse

Missverständnisse begegnen uns Introvertierten auf Schritt und Tritt.

Da können wir noch so oft mit Worten bekräftigen, dass es uns gut geht und wir uns wohlfühlen in unserem Leben, das wir auf unsere Art führen.

Wir meinen das, was wir sagen

Wenn wir uns nicht innerhalb von einer Stunde auf eine Nachricht via WhatsApp oder Mailbox zurückmelden, lösen wir manchmal Sorgen aus.

Dabei könnte es so einfach sein und wir könnten uns die Missverständnisse sparen.

Voraussetzung wäre, dass die lieben Extravertierten uns zuhören und nicht schon in Gedanken ihre Antwort formulieren, ehe bei ihnen angekommen ist, was wir ihnen gerade sagen.

Dann könnten sie wahrnehmen, dass wir es ernst meinen, wenn wir ihnen sagen, dass wir Zeit für uns brauchen.

Und dass wir uns nicht ständig gleich zurückmelden.

Und dass es nicht bedeutet, dass uns etwas passiert ist, wenn sie eine (kleine) Weile nichts von uns hören.

Nicht-Zuhören führt zu Missverständnissen

Aussagen dieser Art sind ihnen so fremd, dass sie deren Inhalt scheinbar gleich wieder vergessen.

Weil er ihnen nicht des Merkens würdig erscheint.

Dabei ist das, das was wir sagen, von uns merk-würdig gemeint, eben doch des Merkens würdig.

Einige Menschen könnten sich viele Nachfragen ersparen, wenn sie uns einmal wirklich mit offenen Ohren und Herzen zuhören würden.

Es gibt viele Extravertierte, die das können.

Aber mindestens ebenso viele, die dieses zugewandte Zuhören nicht der Mühe wert finden.

Intros und Extros funktionieren unterschiedlich

Einerseits können sie nichts dafür, dass sie einfach anders funktionieren.

Andererseits könnten sie lernen sich die gleiche Mühe zu machen wie wir Introvertierte.

Denn meistens wir merken uns das, was uns unser Gegenüber sagt.

Einfach schon aus dem Grund, da es in unserer Natur liegt, gut zuhören zu können.

Und natürlich besteht ein Unterschied zwischen Hören und Merken.

Und zwischen Menschen, die uns am Herzen liegen und Außenstehenden, zu denen wir uns nicht alle Details merken.

Wahrscheinlich findest Du, dass Du von einem Menschen innerhalb der Familie, mit dem Du vielleicht schon mehrere Male über Deine introvertierte Art gesprochen hast, mehr erwarten kannst.

Missverständnisse akzeptieren

Da ist wieder diese Sache mit der Erwartung, über die ich hier schon einmal geschrieben habe.

Erwarten ist das Eine, eine Vereinbarung mit jemanden treffen das Andere.

Und hier möchte ich Dich einladen, anstatt einer Erwartung an die anderen eine Vereinbarung mit Dir selbst zu treffen.

Die Vereinbarung besteht darin, dass Du die Missverständnisse, die eventuell in der Beziehung zwischen Dir und Deinen Lieben immer wieder einmal vorkommen, einfach annimmst.

Denn dann verlieren sie ihr ärgernis-auslösendes Element.

Geduld für die extravertierten Menschen in Deinem Leben

Dein extravertierter Familienangehöriger oder Freund meint es nicht unfreundlich, wenn er sich Sorgen macht.

Es spricht für Eure Beziehung, dass er sich Gedanken um Dich macht, wenn er zum Beispiel nichts von Dir hört.

Du bist ihm offensichtlich wichtig genug, um Gedanken der Sorge in ihm auszulösen.

Auch wenn diese Sorgen aus Deiner Sicht vollkommen unnötig sind, weil Du ihm ja gesagt hast, dass es Dir gut geht.

Hier hilft es, Geduld für ihn aufzubringen.

Er ist mit seinen Gedanken und Handlungen als Extravertierter so sehr im Außen beschäftigt, dass er manchmal vergisst, auf die abgespeicherten Informationen zurückzugreifen.

Dann nimmt er nur wahr, dass er Dich im Moment nicht erreicht und anstatt es in Deinem Sinne einzuordnen, ordnet er es in seinem Sinne ein.

Wir alle gehen von uns aus

Dabei geht er als Extravertierter vielleicht noch mehr von sich aus als Du.

Jeder Mensch tut das, die einen mehr, die anderen weniger.

Und als Extravertierter mit seinen nach außen ausgerichteten Antennen kommt es ihm einfach nicht in den Sinn, dass Du ganz anders lebst.

Das kann ich auch bei meinen extravertierten Familienangehörigen gut beobachten.

Da können wir immer wieder Gespräche führen, inwieweit Introversion und Extraversion sich unterscheiden.

Im Fall des Falles vergessen sie diese Information und schalten in den Sorgenmodus.

Schade ist eben nur, dass Du in einem solchen Fall gar nichts von den Seelennöten Deines Gegenübers ahnst und fröhlich vor Dich hin introvertierst, während er sich die schlimmsten Dinge ausmalt.

Immer wieder das Gespräch suchen

Es könnte helfen, wenn Du versuchst, den Stein mit dem steten Tropfen zu höhlen.

Dann wiederholst Du immer wieder Worte der Bekräftigung, dass Du Dich als Introvertierter gut fühlst.

Damit tust Du von Deiner Seite alles, um die Dinge klar darzustellen.

Gleichzeitig hast Du keinen Einfluss darauf, was Dein Gegenüber daraus macht.

Er ist er Empfänger und wird erst dann die Nachricht aufnehmen, wenn er des Sorgens müde wird.

Dann setzt ein Umdenken ein und er hört Dir vielleicht zum ersten Mal richtig zu.

Und anstatt den Inhalt Deiner Worte gleich wieder zu vergessen, nimmt er sich vor, beim nächsten Mal, wenn er Dich nicht gleich erreicht, gelassen zu bleiben.

In dem Wissen, dass es Dir sicher gut geht und Du Dich bei ihm melden wirst, wenn Du magst.

Viel Geduld mit den Extravertierten in Deinem Leben wünsche ich Dir.

Alles Liebe

Claudia

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