Introvertierter Umgang mit Krisen im Außen

Krise

Tun wir uns etwas leichter mit Krisen?

Nach meinem Gefühl tun wir Introvertierten uns ein klein wenig leichter im Umgang mit Krisen, die von außen an uns herangetragen werden, als Extravertierte.

Vor allem mit solchen Krisen, die von uns verlangen, dass wir für uns selbst nachdenken und vorsorgen dürfen, indem wir zum Beispiel zu Hause bleiben.

Generell fällt es uns leichter als Extravertierten, uns aus dem gesellschaftlichem Leben zurückzuziehen.

Das ist schließlich unsere bevorzugte Art, unser Leben zu gestalten. Wir sind gerne zu Hause und beschäftigen uns mit den Dingen, die uns wirklich interessieren.

Klar treffen auch wir gerne ab und zu unsere Freunde oder Familie, aber uns trifft es vermutlich längst nicht so hart, wenn wir aufgefordert werden, das Haus nicht zu verlassen.

Wie geht es Dir damit, kannst Du das für Dich bestätigen?

In Krisensituationen neigen wir dazu, uns gerne mit Menschen auszutauschen, denen wir vertrauen. Das können entweder Familienangehörige oder Freunde und Freundinnen sein.

Der Austausch kann dank moderner Medien über Smartphone, Computer oder Telefon genauso gut funktionieren wie das persönliche Treffen.

Von einigen Extravertierten weiß ich, dass sie sich damit viel schwerer tun und sich teilweise „eingesperrt und unfrei“ fühlen.

Ich habe auch das Gefühl, dass es uns Introvertierten leichter fällt, über den realen Ernst der Lage nachzudenken und uns entsprechend zu verhalten.

Erst nachdenken, dann handeln

Wir denken sowieso ständig über alles Mögliche nach und neigen dazu, uns mit Themen sehr intensiv auseinanderzusetzen.

Gerne lernen wir etwas über die Hintergründe der Herausforderung, vor der wir gerade stehen und schauen uns zum Beispiel verschiedene Dokumentationen an oder lesen wissenschaftliche Beiträge.

Dabei sind wir realistisch genug – zumindest meistens – zu erkennen, welche Bedrohung da gerade wirklich entsteht und wieviel davon eventuell eine Überreaktion darstellt.

Auch sind wir als Introvertierte eher auf der Seite der Vorsicht zu finden und weniger risikobereit als Extravertierte.

Gerade wenn wir Familie und Kinder haben tun wir gut daran, uns alle Faktoren anzuschauen und von unserer Fähigkeit Gebrauch zu machen, Dinge kritisch zu hinterfragen und uns im Zweifelsfall eher zu vorsichtig zu verhalten als zu unbedacht.

Äußerst komplexes Miteinander

Die derzeitige Situation führt uns vor Augen, dass unser gemeinschaftliches Leben als Menschen unglaublich komplex ist.

In unserer Gesellschaft hatten wir das Glück, uns in den letzten Jahren meistens in einem friedlichen und geordneten Umfeld zu bewegen.

Unser Leben gleicht in solchen Zeiten einem ruhigen Fluss, der in seinem vorgegebenen Flussbett verlässlich vor sich hinfließt.

Jetzt ist dieser Fluss gerade dabei, vorhersehbar über die Ufer zu treten und die Landschaft um sich herum vielleicht auf Dauer zu verändern.

Noch haben wir keine Ahnung, wie hoch das Wasser steigen und welcher Art die Zerstörung sein wird, die unweigerlich auf uns zu kommt.

Gemeinsam an Lösungen arbeiten

Das ist unheimlich und birgt gleichzeitig die Chance, dass wir gerade jetzt als Gesellschaft auf einander achten und miteinander an Lösungen arbeiten.

Diese Komplexität, dass normalerweise alles im Hintergrund so gut ineinandergreift und funktioniert, erinnert uns daran, welch Wunder unser relativ friedliches Zusammenleben als so große Menschengruppe darstellt.

In einer solchen Krise entsteht auch Angst und das ist ganz natürlich.

Dabei könnten wir Introvertierten eventuell aufgrund unserer vorsichtigeren Natur etwas anfälliger für diese Angst sein.

Wenn wir nicht wissen, was auf uns zukommt und wie sich das auf unser Leben auswirken wird, ist Angst eine verständliche Reaktion.

Hilfreiche Fragen und Gedanken

Allerdings dürfen wir uns gerade dann fragen, welche Art von Gedanken uns hilfreich erscheinen.

Je mehr wir uns das Chaos und die eventuell bevorstehende Tragik vorstellen und in dieser angstvollen Vorstellung versinken, desto weniger gut werden wir mitten in der Krise für unsere Lieben da sein können.

Daher möchte ich uns ermutigen, dass wir jetzt schon überlegen, was hilfreich sein könnte.

Mit welchen Gedanken könntest Du Dich jetzt beschäftigen, die Dir Hoffnung machen?

Als hilfreich für mich habe ich unter anderem folgende Gedanken und Fragen identifiziert:

  1. Atme tief ein und aus und komme immer wieder ins Hier und Jetzt.
  2. Du darfst gerade jetzt das Leben in all seinen Facetten erleben.
  3. Wie kannst Du den Menschen in Deinem direkten Umfeld durch diese Krise helfen?
  4. Du erlebst gerade, wie real ständige Veränderung ist.
  5. Wofür bist Du in Deinem Leben dankbar?
  6. Welche Erfahrungen würdest Du in Deinem Leben gerne machen?
  7. Was ist Dir in Deinem Leben wirklich wichtig?

Natürlich gibt es viele andere Gedanken und Fragen mehr, die mich beschäftigen, aber ich möchte Dir nur ein paar Denkanstöße geben.

Die Fragen und Gedanken, die für Dich hilfreich sind, sind wahrscheinlich ganz andere.

Es wäre schön, wenn Dir der heutige Artikel dabei hilft, ein paar hilfreiche Gedanken und Fragen für Dich auszusuchen und Dich mit ihnen zu beschäftigen.

Schreibe mir gerne einen Kommentar, welche Fragen und Gedanken Dich zur Zeit umtreiben.

Alles Liebe

Claudia

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