Können wir etwas von SARS CoV2 lernen?

lernen

Lernen von einem Virus?

Ja, warum nicht. Als Mensch können wir alle Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen, als Lernchance nutzen.

Was also könnte uns das Coronavirus beibringen?

Dabei meine ich das im übertragenen Sinn, also was der Ausbruch des Virus und die daraus entstehende Situation auf unserem Planeten Dir als einzelnem Menschen beibringen könnte.

Alles ist verbunden

Zu allererst fällt auf, dass spätestens jetzt der alte Satz „Das ist so, als wenn in China ein Sack Reis umfällt“ als Ausdruck von „das geht mich nichts an“ bzw. „das interessiert mich nicht“ nicht mehr gilt.

Denn genau jetzt zeigt sich, dass viel eher die Weisheit „Der Flügelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt kann das Wetter bei uns beeinflussen“ der Wahrheit zu entsprechen scheint.

Wir leben innerhalb einer weltumspannenden Lebensgemeinschaft und sind so eng miteinander verbunden, dass wir das, was am vermeintlich so weit entfernten anderen Ende der Welt passiert, hautnah zu spüren bekommen.

Falls wir bisher noch nicht wahrhaben wollten, wie eng wir mit allen Menschen auf der Erde verbunden sind, wird uns das spätestens jetzt umso stärker bewusst.

Überleben als Individuum ist nur schwer möglich

Gleichzeitig wächst damit unser Bewusstsein, dass wir als Individuum gar nicht oder nur schwer überleben würden.

Wir brauchen diese Gemeinschaft und sind mittlerweile so fest als Menschheit miteinander verwoben, dass es weh tut, wenn sich jetzt Teile dieses Webteppichs lockern und wir künstlich versuchen, das eine Ende des Teppichs vom anderen abzutrennen.

Es funktioniert nicht und es zeigt uns ganz klar auf, dass wir voneinander abhängen, im Guten wie im Schlechten.

Dabei empfindet jeder Mensch die Situation unterschiedlich und was wir daraus lernen können ist, unsere Unterschiede anzuerkennen und einander so sein lassen, wie wir sind.

In Krisen lernen wir, wer wir wirklich sind

Deine Schatten zeigen sich jetzt deutlicher als zu Freudezeiten:

Die Angst kriecht in manchem hoch, der sich sonst für panikresistent und abgeklärt hielt.

Sogar Menschen, die stark in ihrem Glauben oder in ihrer Spiritualität gefestigt sind, können sich nicht ganz von der Angst und der Ohnmacht abkoppeln, die so spürbar in der Luft liegt.

Du kommst ins Grübeln

Was ist Dir wirklich wichtig?

Wie kann es sein, dass Dich die Angst überfällt?

Wie würdest Du handeln, wenn die Gesundheit Deiner Lieben auf dem Spiel stände?

Was kannst Du tun, um zu helfen, ohne Dich selbst in Gefahr zu bringen?

Die Frage nach dem „Warum“ hilft jetzt nicht so gut weiter, sondern eher die Frage nach dem „Wofür“.

Was macht uns Corona wieder bewusst?

  • Dass wir dankbar sein können, selten krank zu sein,
  • dass wir in Mitteleuropa eine gute Krankenversorgung haben,
  • dass wir durch unsere Versicherungen gut versorgt werden,
  • dass unser Land zu einer der stabilsten Demokratien gehört, die es gibt,
  • dass wir funktionierende Notfallpläne haben,
  • dass wir ein hohes Maß an allgemeiner Sicherheit erleben,
  • dass nichts selbstverständlich ist,
  • dass der Ausbruch eines Virus genügt, um unsere Weltwirtschaft ins Wanken zu bringen,
  • dass wir von anderen abhängig sind und daher bescheiden sein dürfen,
  • dass wir Verständnis und Unterstützung für andere aufbringen können, die es nicht so gut haben wie wir,
  • dass wir uns gegenseitig in dieser schwierigen Zeit unterstützen dürfen,
  • dass Dir Deine Familie, Deine Freunde, Dein Umfeld, Dein Leben lieb sind,
  • dass wir Nachkriegskinder es gut haben, weil wir bisher von größeren gemeinschaftlichen Traumata verschont geblieben sind,
  • dass wir Verständnis für die Menschen aufbringen können, die sehr große Angst spüren und sie unterstützen, diese Zeit zu überstehen,
  • dass wir Zuversicht und Vertrauen und Hoffnung stiften dürfen, um diesen Stresstest für unsere Gemeinschaften gut zu bewältigen,
  • dass wir eine gute Balance finden können zwischen proaktivem und reaktivem Handeln,
  • dass wir uns auf zukünftige Szenarien vorbereiten können und
  • dass Du Dich in einer solchen Situation noch besser kennenlernst, weil Du Dich vielleicht noch nie solch einer Herausforderung gegenübergesehen hast.

Wir alle lernen dazu

Wie reagierst Du auf eine solche Bedrohung?

Dir wird klarer, was Dir wirklich wichtig im Leben ist:

Dass Ihr, Du und Deine Familie, hoffentlich gesund seid und dass Íhr Zeit miteinander verbringt.

Dass Besitztümer in solchen Situationen nicht viel wert sind und wie wenig Kontrolle Du tatsächlich über die äußeren Umstände Deines Lebens hast.

Wie wichtig es ist, bei Dir zu bleiben, um nicht in das angstbesetzte Miteinander hineingezogen zu werden, sondern mit klarem Kopf zu überlegen, was Du realistisch tun kannst, um zu helfen.

Dass Du als Ruhepol für Deine Familie wirken kannst und dann Du Dankbarkeit empfindest, dass Du so gut mit der Situation umgehen kannst, dass Du resilient bist.

Falls Du dabei feststellst, dass Dich die Angst vereinnahmt, kannst Du lernen, mit Ohnmacht und Kontrollverlust umzugehen.

Für die Zukunft, weil nichts so bleibt wie es ist, lernen wir:

Alles ist ständig in Veränderung und solche Situationen wie jetzt wird es immer wieder einmal geben.

Ich wünsche Dir, dass Du für Dich die passende Art findest, mit dieser Herausforderung umzugehen.

Alles Liebe

Claudia

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