Kreativität als introvertierte Stärke

Kreativität

Alle Menschen sind kreativ

Gleich ob Du extravertiert oder introvertiert bist, wir haben alle Zugang zu Kreativität.

Ich möchte in diesem Artikel aber gerne beschreiben, warum ich denke, dass Kreativität sehr gut mit Introversion zusammenpasst und damit für viele introvertierte Menschen eine ihrer größten Stärken bedeutet.

Kreativität kommt tief aus unserem Inneren, aus unserem Kern. Dort, wo wir introvertierten Menschen uns besonders gerne aufhalten.

Wir sind in unseren Gedanken und unserem Sein zu Hause und fühlen uns sehr wohl dabei.

Die Innenschau als Ideenfänger

Während es nicht der Verstand an sich ist, der uns kreativ sein lässt, so ist er es doch, der all unsere kreativen Ideen auffängt, sobald sie langsam aus der Tiefe des Unbewussten an die Oberfläche steigen.

All die nicht gleich fassbaren Ideenglimmer schöpft er ab und gibt sich große Mühe, sie in fassbare Gedanken zu gießen, die wir denken und begreifen können.

Manchmal schafft es auch der Verstand nicht, diese vagen Ideen einzufangen und wir brauchen noch ein wenig länger, bis wir zu einer Kreation, einer kreativen Schöpfung fähig sind.

Es gibt allerdings auch Tage, da fließt die Kreativität nur so aus uns heraus und wir haben keinerlei Schwierigkeiten, unsere Ideen in Worte zu fassen und in die Welt zu bringen.

Alleinsein als Nährboden

Kreativität verlangt aus meiner Sicht unter anderem auch, dass wir Alleinsein gut aushalten und in unserem stillen Kämmerlein vor uns hinarbeiten können.

Bei kreativen Projekten kommt es viel weniger auf schnelle Reaktion und hektische Betriebsamkeit an, sondern auf Stille und sogar eine gewisse Art der Langsamkeit, besonders wenn es um sprachlichen, zeichnerischen oder malerischen Ausdruck geht.

Wenn Du zufällig ein Hollywood Regisseur bist und das hier liest, wirst Du mir wahrscheinlich widersprechen, denn beim Film darf ja alles viel schneller gehen, weil allein schon das Equipment pro Tag so teuer ist.

Aber ich gehe jetzt einmal von den ruhigen Kreativprojekten aus, die umso besser gelingen, je mehr Zeit und Ruhe Du hast, um sie zu erschaffen.

Neue Querverbindungen aus dem, was wir beobachten

Kreatitvität bedeutet auch, dass wir aus den vielen Einflüssen, die tagtäglich in unser Bewusstsein dringen, neue Querverbindungen schaffen und so aus altbekannten Dingen völlig neue Objekte erstellen.

Die Kombination aus vielen verschiedenen Disziplinen und Bereichen gibt uns immer wieder neue Ideen, die es so noch nicht gegeben hat.

Durch unsere besondere Beobachtungsgabe und unsere Neigung, die Welt in allen Facetten verstehen zu wollen, fällt es uns leicht, immer wieder neue Eindrücke zu sammeln und neu zusammen zu setzen.

Auch unsere Eigenart, alles sehr nachhaltig zu durchdenken hilft uns dabei, kreative Objekte zu fertigen.

Introversion erleichtert uns, in einen Flow-Zustand zu kommen

Dadurch, dass wir in der Lage sind, lange Zeit am Stück in eine kreative Phase einzutauchen, erleben wir auch öfter den Zustand des Flow, wo wir genau die richtige Menge Stimulation für die Aufgabe erfahren, an der wir gerade sitzen.

Kreativität ist daher für uns Introvertierte eine wunderbare Art, wie wir uns ausdrücken können. Wir können so in Ruhe zeichen, malen, musizieren, Songs schreiben, fotografieren, singen, Geschichten erzählen oder schreiben.

In unseren kreativen Projekten können wir uns weiterentwickeln, unserer Leidenschaft nachgehen, uns mit Dingen beschäftigen, die uns sinnvoll erscheinen, hilfreiche oder schöne Sachen für andere Menschen erschaffen. Damit tun wir gleichzeitig etwas für unsere Seele.

Wir nehmen eine aktive Rolle im Schöpfungsprozess ein

Kreativität lässt uns spüren, dass wir am Leben teilhaben, es gestalten und verschönern können.

Wir haben eine aktive Rolle im Schöpfungsprozess inne und das kann ein sehr erfüllendes Gefühl sein.

Um eine bestimmte Stufe des Könnens in unserer Disziplin zu erreichen, dürfen wir uns viele Stunden allein mit unseren Hobbies beschäftigen.

10.000 Stunden bewusstes Üben bis zur Meisterschaft

Du kennst sicher die vielzitierte Studie von Dr. Anders Ericssonn (Link zu seinem Buch), in der festgestellt wurde, dass es bis zu 10.000 Stunden bewusster Übung erfordern kann, bis jemand Meisterschaft in einer Fertigkeit erlangt.

Das gilt für sportliche Disziplinen ebenso wie für Kunst, Musik oder Literatur. Umgerechnet bedeutet das: Wenn Du an jedem Tag eines Jahres 2 Stunden für Dein Hobby aufwendest, bist Du in circa 13 1/2 Jahren Meister*in darin.

Was für eine schöne Aussicht! Und natürlich sind wir nicht alle nur deshalb kreativ, um Meister*in zu werden. Die allermeisten von uns wollen ja einfach nur Freude an der Kreativität erleben. Damit fällt für uns dieser Stress schon mal komplett weg!

Geduld als Tugend hilft

Mir gefällt übrigens auch deshalb das Schreiben so gut, weil ich dabei ganz allein sein darf und später dennoch mit Dir in Kontakt treten kann, weil ich den Artikel auf meinen Blog hochlade.

Was übrigens bei kreativen Projekten auch noch sehr hilfreich ist und was wir Introvertierten tendenziell gehäuft besitzen, ist Geduld.

Nicht immer klappt alles so, wie wir es uns vorstellen. Nicht immer lassen sich die vagen Ideen gleich fassen und so begreifbar aufs Papier bannen, dass auch ein Außenstehender Deine Kunst oder Deinen Text versteht.

Hier ist es dann äußerst wertvoll, wenn Du Geduld besitzt und Deiner Kreativität den Raum geben kannst, den sie braucht, um sich zu entfalten.

Welche Erfahrungen hast Du mit Kreativität gemacht?

Findest Du, dass sie gut zu uns Introvertierten passt? Schreibe mir gerne einen Kommentar!

Alles Liebe

Claudia

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2 Kommentare zu „Kreativität als introvertierte Stärke“

  1. Claudia, was Du schreibst ist alles wohl durchdacht. Ich halte mich für einen Mischtyp und profitiere von Deinen Beiträgen. Gruss gelsieb

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