Kreieren versus Reagieren

kreieren

Kreieren vergessen wir meistens, Reagieren ist dagegen leicht.

Es ist das erste, das uns einfällt, wenn wir eine Situation erleben, etwas sehen, hören oder fühlen.

Reagieren liegt uns nahe, denn es ist das, was wir unser Leben lang eingeübt und ausgeführt haben.

Unser Gehirn immer gleich vor

Eine Aktion von außen ruft eine Reaktion in unserem Inneren hervor.

Diese Reaktion geben wir wiederum mittels Mimik, Gestik, Körper und oder Sprache nach außen ab.

So ist für jemanden, der die Situation beobachtet, klar ersichtlich, dass die Aktion etwas bei uns bewirkt.

Wir zeigen ebenfalls eine Aktion, die Re-Aktion.

Eine Reaktion läuft automatisch ab, falls wir uns nicht dessen bewusst sind, dass es auch eine andere Möglichkeit gibt.

Kampf- oder Fluchtreaktion

Ganz besonders in den Fällen, wo unsere Sicherheit oder unser Überleben von unserer Reaktion abhängt, läuft dieser Vorgang nahezu unaufhaltsam ab.

Dabei zeigen wir zum Beispiel die Kampf- oder Fluchtreaktion.

Oder wir bleiben wie angewurzelt stehen und bewegen uns überhaupt nicht mehr, weil wir in Schockstarre verfallen.

Wenn es keine lebensbedrohliche Situation ist, auf die wir reagieren, richtet sich unsere Art der Reaktion danach, welches Verhalten wir gelernt und angenommen haben.

Oft handelt es sich dabei um abgeschautes Verhalten, das wir bereits als Kind von unserem Umfeld erfahren haben.

Wir reagieren immer wieder gleich

Je nachdem, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, können wir so über Jahre und Jahrzehnte immer wieder auf die gleiche Weise reagieren.

Obwohl wir vielleicht schon gemerkt haben, dass unsere Reaktion unangebracht oder wenig hilfreich ist, wiederholen wir unser Verhalten in bestimmten Situationen auf die immer gleiche Weise.

Manchmal ist uns das so unbewusst, dass es sehr lange dauert, bis uns auffällt, dass es auch eine andere Möglichkeit gibt.

Typische Reaktionsmuster

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass Du zum Beispiel auf eine bestimmte Art reagierst, wenn Deine Mutter oder Dein Vater Dir Vorwürfe macht?

Oder dass Du einschnappst, wenn Du Dich unverstanden fühlst?

Oder dass Du dazu tendierst, jemand anderem die Schuld zu geben, wenn es Dir so vorkommt, als hätte er oder sie Deine Gefühle verletzt?

Oder Du meinst, keine Wahl zu haben, weil Dein Vorgesetzter Dich ungerecht behandelt?

Für sich genommen sind das alles Anlässe, die nicht Dein Leben bedrohen, auch wenn sie für Dein Gehirn bedrohlich wirken.

Allerdings nicht bedrohlich genug, um eine Flucht- oder Kampfreaktion auszulösen.

Du hast die Wahl zwischen Reagieren und Kreieren

In solch harmloseren Situationen hast Du immer die Wahl, Dich gegen Reagieren und für das Kreieren zu entscheiden.

Was kannst Du aus der Situation für Dich erschaffen?

Dazu hilft es, wenn Du zuerst einmal innerlich einen Schritt zurückgehst und nicht gleich eine Reaktion nach außen gibst.

Um Dir die Chance zu geben, Dich zu fangen und Dir zu überlegen, wie Du die Situation angehen möchtest, kannst Du in einem solchen Fall sagen:

„Ich möchte darüber erst einmal nachdenken und komme dann wieder auf Dich zu.“ oder „Kann ich Sie zurückrufen?“.

Gib Dir Zeit zum Kreieren

Sobald Du auf diese Weise einen Puffer zwischen Dir und der Situation aufgebaut hast, gibst Du Dir einige Minuten Zeit.

Zuerst atmest Du ein paar Mal tief durch, um Dich zu beruhigen.

Jetzt kannst Du Dir ganz in Ruhe überlegen, wie Du diese Situation nutzen kannst.

Wie würde eine vorschnelle Reaktion aussehen?

Wäre sie hilfreich?

Was ist, wenn diese Situation zu Deinem Besten genau so entstanden ist?

Was könnte das Geschenk sein, das sie für Dich mitbringt?

Wofür kannst Du die Situation nutzen, was aus ihr kreieren?

Was kannst Du aus ihr entstehen lassen, das für alle Beteiligten etwas Gutes mit sich bringt?

Spüre in Dich hinein, was sich gut für Dich anfühlt

Fallen Dir mehrere Möglichkeiten ein, wie Du dieses Mal anders auf die Situation eingehen könntest als sonst?

Wie würde Dein ideales (liebevolles, geduldiges, kreatives) Selbst die Situation meistern?

Merkst Du, wie sich der Raum weitet und Deine Gedanken luftiger und spielerischer werden?

Diese Möglichkeit besteht in jeder Situation, die nicht lebensbedrohlich ist.

Wenn Du es schaffst, Dich vom Reagieren ab- und zum Kreieren anzuhalten, wirst Du ein viel größeres Spektrum an Handlungsmöglichkeiten für Dich entdecken.

Auch wenn es anfänglich schwer zu sein scheint, dass Du Dich rechtzeitig vom Reagieren abhältst, kannst Du es durch Üben schaffen, Dir immer mehr Raum für Kreativität zuzugestehen.

Mit der Zeit wird Dir das Kreieren wie eine zweite Natur vorkommen und Du lernst, wie Du automatisch kreative Lösungen bevorzugst, anstatt einfach nur zu reagieren.

Es ist zwar ein längerer Weg dorthin, aber er lohnt sich unbedingt.

Zumindest habe ich das so für mich erfahren dürfen.

Ich wünsche Dir viele Möglichkeiten, Neues zu kreieren!

Alles Liebe

Claudia

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