Manchmal darf ein Projekt auch wieder in die Schublade

Projekt

Du startest ein neues Projekt

Ein Projekt kann alles sein, was mehrere Aufgaben innerhalb eines gewissen Zeitrahmens von einem Start(datum) bis zu einem Ende bzw. Enddatum umfasst.

Nehmen wir an, Du hast Dir vorgenommen, das Projekt „5 Mal die Woche Sport in 2020“ anzugehen. Dieses Projekt hast Du sorgfältig geplant, hast Dir die passenden Sportklamotten ausgesucht, Deine Laufrouten in die entsprechende App eingetragen und die Tage festgelegt, an denen Du loslaufen wirst.

Vielleicht hast Du Dir aber auch vorgenommen, dass Du an drei Tagen pro Woche mit Deinen Kindern für mindestens eine Stunde raus gehen wirst, ganz egal, wie das Wetter ausschaut.

Oder Du hast Dir endlich das Zeichenset plus passendes Papier gekauft, um regelmäßig jeden Abend wenigstens eine Viertelstunde zeichnen zu üben. Dann kann es ja losgehen, juchhu!

Du startest durch und…

Voller Enthusiasmus startest Du Dein Vorhaben und es macht Dir riesigen Spaß. Die ersten Tage vergehen wie im Flug und Du bleibst dran.

Nach 33 Tagen flattert Dir ein unwiderstehliches Angebot ins Haus: Du kannst an Deiner VHS endlich den schon so lange herbeigesehnten Niederländisch-Kurs belegen!

Das wolltest Du schon seit Jahren und bisher gab es nie einen Anfängerkurs. Intensivkurs steht da, Du wirst also für drei Monate jede Woche 2 Termine abends pro Woche haben.

Passt doch! Du meldest Dich voller Vorfreude an und kaufst Dir schon mal die erforderlichen Kursmaterialien.

Da Du ein Musterschüler bist, lernst Du sogar schon mal ein paar Vokabeln vor. Auf Youtube kannst Du Dir schon vorab ein paar kostenlose Videos „Niederländisch für Anfänger“ anschauen und bist so bereits ins Niederländisch-Lernen eingestiegen, ehe der Kurs überhaupt begonnen hat.

…es wird schwierig

Du merkst zwar, dass es langsam schwierig wird, Dein Projekt Laufen plus Niederländisch gleichzeitig durch zu ziehen, aber Du hast schon ganz andere Sachen geschafft.

22 Tage später bei einem Elternabend in der Schule gibt eine der Elternbeirätinnen der Klasse Deiner Tochter bekannt, dass sie ihr Amt aufgeben muss, weil sie es aufgrund ihres neuen Jobs nicht mehr schafft.

Du hast Dich auch schon öfter als Elternbeirat engagiert und wirst von einer anderen Mama für die nun notwendige Wahl vorgeschlagen. Hm, so richtig viel Arbeit ist das ja auch nicht, denkst Du und lässt Dich überreden.

Du übernimmst Dich

Da sich sonst niemand aufstellen lassen will, wirst Du mit einstimmiger Mehrheit gewählt und darfst jetzt für die letzten drei Monate des Schuljahres auch als Elternbeirätin tätig sein.

Da es das letzte Grundschuljahr Deiner Tochter ist, fällt Dir damit auch die Aufgabe zu, einige Ideen für die Abschiedsfeier umzusetzen und die selbst gebastelten Geschenke für den Klassenlehrer zu organisieren.

Deine To-Do-Liste freut sich, sie wächst und gedeiht prächtig!

Nur Du freust Dich immer weniger, denn langsam begreifst Du, dass Du Dich übernommen hast. Neben Job, Kindern, Haushalt, Ehe, Hobbies und Projekten sowie Ehrenamt ist Deine Zeit verflixt knapp geworden.

Was kannst Du jetzt tun?

Du darfst Dir jetzt erst mal eine Tasse Tee machen und Dich mit Deiner To-Do-Liste in eine ruhige Ecke setzen, am besten natürlich, wenn Du allein bist.

Atme ganz bewusst einige Male tief ein und aus.

Schau Dir jede einzelne Aufgabe auf Deiner To-Do-Liste an und beobachte, wie Du Dich beim Betrachten dieser Aufgabe fühlst.

Wie reagiert Dein Körper?

Spürst Du, wie sich Dein Bauch zusammenzieht, wenn Du an die Elternarbeit denkst? Oder freust Du Dich schon darauf, die Ideen für die Abschiedsfeier für den Klassenlehrer in die Tat umzusetzen?

Wie schaut es mit dem Niederländisch-Lernen aus? Freust Du Dich auf die neuen Vokabeln und Hausaufgaben, oder ist Deine Freude schon viel kleiner geworden als am Anfang?

Wie geht es Dir mit dem Laufen? Hilft es Dir beim Abschalten Deiner Gedanken und spürst Du schon, wie Du mehr Ausdauer bekommst und Dich generell fitter fühlst?

Oder bringt Dich der Gedanke an Deine täglichen Zeichnungsübungen zum Strahlen?

Dein Körper kennt die Antwort

Wenn Du auf Deinen Körper hörst, wirst Du wertvolle Rückmeldungen erhalten, die Dir recht klar zeigen, welche Deiner Projekte Du derzeit gut schaffen kannst und welche Du vielleicht lieber auf später verschieben darfst.

Um mir wieder über den Fokus klar zu werden, hilft es mir, wenn ich auf mein Wollen achte. Sobald ich denke: „Ich sollte weiterlaufen, weil es mir guttut (auch wenn es überhaupt keinen Spaß macht)!“, weiß ich, dass mir auf dem Weg irgendwo die Freude abhandengekommen ist.

Wenn ich mich dazu zwingen muss, tägliche Zeichnungs-Übungen zu machen, fällt es mir nicht schwer, dieses Projekt wieder in der Schublade verschwinden zu lassen.

Das Tolle an Projekten ist ja, dass es Dir nie an Ideen für Projekte mangelt und dass Du sie jederzeit verschieben, aussortieren oder neu ausprobieren darfst.

Fokus macht so viel klarer

Früher ging es mir oft so, dass ich mir unheimlich viel auf meine To-Do-Liste gepackt habe.

Damit habe ich gleichzeitig so manches Projekt auch wieder stoppten dürfen, obwohl ich total begeistert davon war.

Fokus ist schon ein wirklich hilfreiches Tool auf dem Weg zur Vollendung von Projekten.

Hilfreich ist auch, wenn Du Dir eine regelmäßige Feedback-Schleife einbaust

Du fragst Dich zum Beispiel einmal alle zwei Wochen, ob Du noch Freude am Projekt hast.

Klar gibt es in jedem Projekt auch mal eine Durststrecke, auf der Du mit dem Aufhören flirtest.

Aber solange noch ein Fünkchen Freude am Projekt vorhanden ist, wirst Du Deinen Enthusiasmus immer wieder anfeuern und das Projekt auch zu Ende bringen können.

Ich wünsche Dir viel Freude mit Deinen Projekten!

Alles Liebe

Claudia

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