Nicht perfekt, sondern glücklich

Unbeschwerter leben dank Imperfektionismus?

Dieser Blogartikel passt gut zum Artikel von gestern. Heute schauen wir uns einmal den Gegenentwurf zu Perfektionismus an.

Kann es sein, dass uns die Einstellung „nicht perfekt, sondern glücklich“ langfristig ein unbeschwerteres Leben erlaubt?

Wenn Du Dich in Deinem Umfeld einmal umschaust, kannst Du die perfektionistischen Menschen wahrscheinlich gut von den nicht perfektionistischen Menschen unterscheiden.

Immer dann, wenn Dir Stress, Hektik, Machen-Müssen, Zeitmangel, Anstrengung, Getriebensein, Ernst und fehlende Freude im Leben begegnen, könnte eine große Dosis Perfektionismus dahinterstecken.

Perfektionismus schränkt uns ein, lässt uns in festen Denkmustern verharren.

Er sorgt dafür, dass wir ständig überzogenen Erwartungen von anderen oder uns selbst hinterherhecheln.

Leben auf natürliche Art, nicht perfekt!

Auf der anderen Seite steht der Gegenentwurf, der Imperfektionismus:

Er steht für eine natürliche Art und Weise, dem Leben zu begegnen.

Im Imperfektionismus begegnet Dir pures Handeln, das weitgehend frei von der Hoffnung und Erwartung ist, ein perfektes Ergebnis zu erzielen.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass dafür Faulheit, niedrige Standards, Apathie oder Desinteresse an guten Leistungen vorherrschen.

Im Gegenteil: Wenn Du aus einer Position des Imperfektionismus heraus handelst, wirst Du weniger Gründe haben, Dein Handeln zu verzögern, weil Du ja keinen perfekten Standard erreichen musst.

Es fällt Dir leichter, die Dinge umzusetzen und damit auch öfter durchzuführen.

Übung macht den Meister oder die Meisterin

Das bedeutet mehr Übung und ganz nebenbei – Übung macht ja bekanntlich den oder die Meister*in – näherst Du Dich dem, was einer guten und manchmal sogar fast perfekten Leistung entspricht.

Dadurch handelst Du viel öfter als ein Perfektionist, weil Du einfach akzeptierst, dass Du unperfekt sein darfst.

Du erreichst damit außerdem, dass Du Dir mehr zutraust, sicherer wirst und Dich viel freier fühlst.

Du hast weniger Stress und erreichst bessere Ergebnisse, weil Du ins Tun kommst, ohne Dich perfektionistisch zu überwachen.

Ein Leben in Akzeptanz

Falls es Dir schwerfällt, diese Gedanken für Dich anzunehmen, stell Dir doch einmal folgende Situation vor:

Wie würde Dein Leben aussehen, wenn Du Deine Fehler, Schwächen und Unsicherheiten vollkommen akzeptieren könntest?

Wenn Du magst, kannst Du Dir jetzt eine Situation aussuchen, in der Du normalerweise perfektionistisch handelst.

Jetzt erlaubst Du Dir, herrlich unperfekt zu sein. Du sitzt da und bist Dir Deiner Probleme bewusst, die Du in dieser Situation hast.

Trotzdem macht es Dir nichts aus, weil Dein unperfektes Ich sich völlig unbeschwert fühlt. Einige Dinge laufen nicht perfekt und Du reagierst völlig ruhig und gelassen.

Du ärgerst Dich fast schon über diese Version von Dir selbst, weil es ihr gar nichts ausmacht, wenn sie beurteilt und zurückgewiesen wird.

Es nervt Dich, dass sie Fehler macht und es ihr egal ist, nicht die perfekte Entscheidung zu treffen. Und dass sie sich weigert, so lange am Endergebnis zu feilen, bis es perfekt ist.

Du bleibst entspannt

Du kannst kaum glauben, wie ruhig Du bleibst.

Du wirst weder nervös noch panisch, obwohl Dir nicht alles perfekt gelingt.

Du bleibst entspannt und fokussiert, während Du Deine Aufgabe zu Ende bringst.

Wie fühlst Du Dich jetzt?

Ist es sehr fremd für Dich, in eine unperfekte Version von Dir einzutauchen, oder hast Du Deinen Perfektionismus sowieso schon ganz gut im Griff?

Nicht perfekt, sondern glücklich zu sein scheint tatsächlich in einem Zusammenhang zu stehen.

Du gibst Dir die Erlaubnis für gute Ergebnisse

Unperfekte Menschen erlauben sich tendenziell einfach, mehr auszuprobieren. Dadurch haben sie öfter die Möglichkeit, angenehme Erfahrungen zu machen.

Ein Perfektionist braucht unter anderem erst einmal einige Standards, die als Vorbereitung gegeben sein müssen, bevor er loslegt.

Als Imperfektionist hingegen nutzt Du die bereits vorhandenen Ressourcen und erreichst damit ein gutes Ergebnis, das dem Nicht-Ergebnis durch Nicht-Anfangen des Perfektionisten einiges voraushat.

Klar kann ein Perfektionist, der alles mehrfach geübt hat und alle Ressourcen zur Verfügung hat, einen unperfekten Menschen überholen.

Aber auf längere Sicht gesehen – und wenn Du Dir die Kosten hinsichtlich Stress und fehlender Freude in Deinem Leben überlegst – wirst Du als Imperfektionist mehr Freiheit und Freude erleben.

Was denkst Du? Welche Art des Seins spricht Dich mehr an? Schreibe mir gerne einen Kommentar!

Für heute wünsche ich Dir alles Liebe

Claudia

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