Respekt vor dem Unbekannten

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Vielleicht bist Du schon einmal in der folgenden Lage gewesen:

Du kommst an einen Punkt im Leben, wo Du recht genau weißt, dass sich etwas ändern darf, soll oder vielleicht sogar muss.

Die Situation, so wie sie sich Dir jetzt gerade präsentiert, könnte zwar weiterhin bestehen, allerdings hätte das zur Folge, dass Du nicht mehr zufrieden bist.

Und gleichzeitig spürst Du einen großen Respekt vor dem Unbekannten, das bei einer Änderung der Situation unweigerlich auf Dich zukommen würde.

Je größer die anstehende Veränderung, desto höher der Respekt

Je nach Stärke des Unwohlseins in der bisherigen Situation steigt auch dieser Respekt vor dem Unbekannten an.

Denn je unzufriedener Du bist, desto mehr darf sich ändern.

Andererseits steigt damit die Chance, dass die Auswirkungen Deines Kurswechsels umso unberechenbarer werden.

Genau das ist auch der Grund, warum es uns Menschen ab und zu schwerfällt, Situationen zu verändern.

Wir nehmen lieber das Bekannte in Kauf als das Unbekannte in unser Leben einziehen zu lassen.

Erklären lässt sich das mit unserer Geschichte und der Entwicklung unseres Gehirns.

Bekannte Pfade erscheinen sicherer

Als Gewohnheitswesen verharren wir gerne auf bekannten Pfaden, auch wenn sie noch so beschwerlich sind.

Neue Wege zu beschreiten bedeutet Risiken einzugehen.

Der Respekt vor unbekanntem Terrain bringt uns dazu, uns immer wieder für das Bekannte zu entscheiden.

Vor die Wahl gestellt, bleibt der Mensch lieber in seinen gewohnten Gefilden, als in noch so verlockend aussehende Weiten aufzubrechen.

Sogar Situationen, die Du als problematisch empfindest, wirst Du tendenziell eher aushalten, als eine neue Lösung auszuprobieren.

Für und Wider abwägen ist eine gute Idee

Einerseits schützt Dich das vor möglicherweise zu schnell gefällten Entscheidungen.

Nachdenken ist eine gute Idee, Abwägen von Vor- und Nachteilen ebenfalls.

Andererseits kannst Du Dich auf diese Weise auch unnötig an etwas festhalten, von dem Du nachher froh bist, es geändert zu haben.

In in einem solchen Fall helfen Dir einige Fragen, die mehr Licht ins Dunkel bringen.

Sie können Dir aufzeigen, ob Dein Respekt Dich eventuell vor einer nachteiligen Entscheidung bewahrt.

Oder wie weit Du Dir schon im Klaren darüber bist, dass Du die Situation ändern und Dich dem Unbekannten annähern möchtest:

Fragen, die Dir Klarheit bringen

  1. Welches sind die  drei wichtigsten Gründe dafür, dass Du Dich bisher noch nicht endgültig entschieden hast, die Situation zu ändern?
  2. Was schätzt Du an der bisherigen Situation so sehr, dass Du diesen Aspekt behalten willst?
  3. Wofür wäre es wichtig, dass Du die Situation änderst?
  4. Welche drei Aspekte flößen Dir den größten Respekt ein im Hinblick auf die Veränderung?
  5. Welche Informationen fehlen Dir noch, um Dich auf das Unbekannte einlassen zu können?
  6. Hat Deine Entscheidung ein Verfallsdatum, d. h. kann es irgendwann zu spät sein, die Entscheidung zu fällen?
  7. Wenn Du zwei Jahre in die Zukunft denkst, wie würdest Du die Entscheidung für und wie gegen die Veränderung empfinden?
  8. Liste mindestens fünf Gründe für und gegen die Entscheidung auf.
  9. Unter welchen Umständen wärst Du bereit, die Entscheidung in der nächsten Zeit zu treffen?
  10. Was wäre ein untrügliches Zeichen für Dich, die Entscheidung endgültig treffen zu können?

Respekt ist verständlich

Sogar wenn Du in die Zukunft schauen könntest, wäre es dennoch schwierig, den Respekt vor dem Unbekannten abzulegen.

Das Unbekannte ist eben das, von dem Du nicht weißt, ob es eintreffen wird und in welcher Form.

Genau das macht es auch so spannend und verständlich, dass Du Respekt davor hast.

Möglicherweise haben Dir Deine Antworten auf die Fragen bereits eine Idee gegeben, wo Du Dich auf der Entscheidungsreise befindest.

Am Anfang wiegt der Respekt vor dem Unbekannten noch sehr schwer und es scheint ein unglaublicher Kraftakt zu sein, eine Entscheidung zu treffen.

Je tiefer und komplexer Du über Deine Entscheidung nachgedacht hast, desto leichter kann es werden.

Ein Hindernis könnte jetzt noch auftauchen

Wenn Du das Für und Wider, Abwägen, Nachdenken und Analysieren mit zu großem Enthusiasmus betreibst, könntest Du in eine Art Treibsand geraten, der Dich am Vorankommen mit Deiner Entscheidung hindert.

Dann sinkst Du nur noch tiefer in den Sumpf aus Analyse, bis Du schließlich komplett feststeckst.

Die Kunst ist, rechtzeitig zu merken, wann es genug ist mit all dem Nachdenken und wann die Entscheidung reif dafür ist, getroffen zu werden.

Deine Antworten auf die Fragen können Dir dabei eine gute Unterstützung bieten, einen geeigneten Zeitpunkt festzulegen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Kennenlernen des Unbekannten in der neuen Situation.

Falls Du Dich für die neue Situation entscheidest.

Alles Liebe

Claudia

P.S.: Falls Du eine neutrale Betrachterin in Deiner Entscheidungsfindung suchst, die gemeinsam mit Dir einen ungetrübten Blick von außen auf Deine Situation wirft, melde Dich gerne bei mir!

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