Schule zu, Kind zu Haus, was jetzt?

So schnell kanns gehen. Vor einigen Tagen habe ich mir noch in diesem Artikel theoretische Gedanken darüber gemacht, wie wir eine Quarantäne als Familie nutzen könnten, um sie in eine gute Erfahrung für alle zu verwandeln.

Ab Montag ist es tatsächlich soweit und die Kinder sind erst einmal 3 Wochen zu Hause, bevor wir dann nahtlos in die Osterferien übergehen.

Zeit also, die Theorie etwas praktischer anzuschauen und zu überlegen, was wir neben den Dingen im bereits erwähnten Artikel zusätzlich umsetzen wollen.

Wir sind ab sofort im Heimschulmodus

Als erstes möchte ich festhalten, dass wir ja nicht in Quarantäne sind, sondern nur im Heimschulmodus.

Das heißt, die Kinder bekommen ihre Aufgaben von den Lehrern über elektronische Medien zur Verfügung gestellt und dürfen sie zu Hause bearbeiten.

Die erledigten Aufgaben gehen dann zum Beispiel per E-Mail wieder retour an die Lehrer und so wird sich voraussichtlich ein neuer Modus von online Schulbetrieb entwickeln, an den vor ein paar Tagen noch keiner gedacht hat.

In Deutschland sind wir theoretisch noch nicht richtig darauf vorbereitet, den Kindern via Internet Unterricht zu erteilen.

Schnellkurs Internet-Unterricht

Die derzeitige Situation bietet uns also einen Schnellkurs in Sachen Internet-Unterricht.

Je schneller wir uns darauf einlassen und auch als Eltern lernwillig sind, desto besser wird uns das Experiment „Schule aus der Ferne“ gelingen.

Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen wie im Polizeidienst, bei der Feuerwehr, in der Justiz oder im Gesundheitswesen tätig sind, dürfen die sogenannte Notfallbetreuung in den Schulen nutzen und weiterhin den Unterricht besuchen.

Da ich von zu Hause aus arbeite, dürfen meine Kinder zu Hause bleiben und von mir betreut werden.

Ohne einen Tagesplan geht es nicht

Damit die nächsten Wochen im Heimschulmodus möglichst stressfrei und erfreulich verlaufen, habe ich mir vorgenommen, dass wir uns zuerst einmal einen Tagesplan aufstellen.

Damit möchte ich vermeiden, dass wir über den ganzen Tag verteilt mit Schulthemen beschäftigt sind.

Wie wichtig so ein Tagesplan ist, habe ich gelernt, als ich anfing, im Homeoffice zu arbeiten. Damals war das für mich eine große Herausforderung.

Ich war so dankbar, dass ich von zu Hause arbeiten durfte, dass ich von morgens bis abends – manchmal auch bis 22:00 Uhr – vorm Rechner saß und immer wieder in Häppchen gearbeitet habe.

Dadurch stellte sich allerdings recht schnell das Gefühl ein, dass ich wirklich den ganzen Tag arbeite, obwohl es über den Tag verteilt nur zwischen 6 – 8 Stunden waren.

Da ich aber keine festen Zeitblöcke eingeplant hatte, hat sich meine Arbeitszeit über den ganzen Tag verteilt und mir so den Eindruck gegeben, ich hätte gar keine Freizeit mehr.

Erst als ich begann, morgens fest von 8 – 13:00 Uhr und nach der Mittagspause noch einmal für eine Stunde zu arbeiten, konnte ich ab circa 16:00 Uhr wirklich Feierabend machen und guten Gewissens den Rechner runterfahren, um meine freie Zeit zu genießen.

Lieber kürzere Pausen zwischendurch

Besonders eins meiner Kinder neigt dazu, immer wieder einmal zwischendurch abzuschweifen und längere Pausen einzulegen.

Damit wir nicht den ganzen Tag (plus Abend) damit verbringen, die Aufgaben Stück für Stück zu erledigen, stellen wir einen relativ festen Stundenplan auf.

So stelle ich sicher, dass ich gemeinsam mit den Kindern eine gute Tagesstruktur beibehalte und nach einer bestimmten Uhrzeit Schluss ist mit Schulthemen.

Freiere Zeiteinteilung

Ich finde es toll, dass wir uns die Zeit einigermaßen frei einteilen können und wir werden sicher nicht ganz so früh aufstehen wie zu Schulzeiten.

Dadurch starten wir schon viel ausgeschlafener in den Tag und die Aufgaben sollten den Kindern recht leicht fallen.

Fest installieren werden wir auch Zeit an der frischen Luft, weil bei uns sonst die Bewegung eventuell zu kurz kommt.

Noch dürfen wir ja alle jederzeit draußen spazieren gehen, daher werden wir das auf jeden Fall nutzen.

Gemeinsame Zeit einplanen

Ebenfalls fest einplanen möchte ich mindestens eine halbe Stunde gemeinsamer Zeit, in der wir über aktuelle Themen des Tages sprechen.

Wenn es nach den Kinder ginge, würden sie ihre komplette freie Zeit am liebsten vor dem Computer verbringen.

Ich möchte diese Situation allerdings sehr gerne dazu nutzen, ihnen die Besonderheit dieser Heimschulzeit vor Augen zu führen und mit ihnen diese Erfahrung ganz bewusst erleben, damit sie sich an diese Zeit erinnern.

Vielleicht wird es in Zukunft ja öfter solche Herausforderungen geben, vor die wir gemeinsam gestellt werden.

Dann erinnern sie sich an dieses Mal zurück und welch eine positive und zusammenschweißende Erfahrung diese Zeit für unsere Familie war.

Das vermittelt ihnen Vertrauen und auch einen gewissen Fahrplan für zukünftige Sondersituationen, vor denen sie vielleicht auch einmal mit ihrer eigenen Familie stehen.

Falls Du Familie und Kinder hast, was plant Ihr für die nächste, gemeinsame Zeit?

Habt Ihr auch vor, Euch einen Plan mit den Dingen zu machen, die Ihr gerne einmal ausprobieren wollt?

Schreibe mir gerne einen Kommentar! Ich wünsche Euch für die kommende Zeit alles Liebe und bleibt gesund!

Claudia

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