Warum gute Arbeit reicht

Arbeit

Hast Du Dich im Artikel von gestern wiedererkannt?

Vielleicht nicht komplett, denn es ging in dem Beispiel ja um die Bearbeitung einer Aufgabe mit Text und Bild.

Du kannst dieses Beispiel aber auch auf andere Lebensbereiche übertragen.

Dabei kommst Du eventuell Deinen eigenen perfektionistischen Tendenzen auf die Schliche.

Perfektion in Garten, Regal und Kleiderschrank

Möglicherweise stapelst Du Deine Bücher, CDs, DVDs und Kleidungsstücke Kante auf Kante, ganz genau nach Themen sortiert oder nach Farben.

Oder Du gestaltest Deinen Garten bis zur Perfektion, so dass Dein Garten jederzeit in einem Magazin für Vorzeigegärten abgebildet werden könnte.

Oder Du malst weiter an Deinem Bild, das Du seit Jahren perfektionierst, weil Du immer noch nicht mit ihm zufrieden bist.

Verantwortungsvoll arbeiten

Wie bereits erwähnt ist gute Arbeit das, was Du eben tust, wenn Du verantwortungsvoll handelst.

Möglicherweise trägt es aber dazu bei, dass Du aufgrund Deines Perfektionismus-Strebens unter Stress leidest.

Und dass Du Dich selbst und Deine Arbeit abwertest oder andere Dinge vernachlässigst.

Dann könnte es wertvoll sein, Deine Herangehensweise zu überdenken.

Natürlich bestimmst allein Du darüber, wie lange Du an einer Arbeit feilst, ehe Du sie für gut und vorzeigbar befindest.

Ich lade Dich allerdings dazu ein, einmal zu beobachten, wann Du dazu neigst, perfekt sein zu wollen.

Folgende Fragen helfen Dir dabei

Möchtest Du um jeden Preis anderen Menschen gefallen, um ihren Beifall zu bekommen?

Lenkst Du Dich gerne von anderen wichtigen Aufgaben ab, weil Du meinst, ein Ergebnis perfektionieren zu müssen?

Nimmst Du die Aufgabe als Anlass, Dich davon abzuhalten, „profane“ Dinge zu erledigen?

Scheust Du Veränderung und bleibst daher bei Deiner perfektionistischen Art, die Dinge zu erledigen?

Weil Du das „schon immer“ so gemacht hast?

Hast Du Angst davor, Neues auszuprobieren, weil Du das Ergebnis nicht abschätzen kannst?

Möchtest Du bestimmte Menschen beeindrucken, die Dir „wichtig“ erscheinen?

Hast Du das Gefühl, Dir und/oder anderen etwas beweisen zu müssen?

Oder handelt es sich einfach um eine Gewohnheit, die Du nicht hinterfragst?

Perfektionismus kann ein Ausdruck von Angst sein

Perfektionismus wirkt immer dann beschwerend, wenn wir beginnen, unter diesem Verhalten zu leiden.

Das kann wie gesagt Stress sein, der durch Zeitnöte entsteht, weil Du Dich zu lange einer Aufgabe widmest.

Hinter einer Neigung zum Perfektionismus kann auch die Angst stecken, nicht zu genügen.

Du brauchst dann das Gefühl, besonderes zu leisten oder besonders zu sein, um in den Augen anderer Menschen wertvoll zu sein.

Auf keinen Fall möchtest Du negativ bewertet oder zurückgewiesen werden.

Du befürchtest, dass die anderen Dich nicht mit genug Respekt behandeln, wenn Du kein perfektes Ergebnis ablieferst.

Daher trägst Du die Maske des perfektionistischen Verhaltens vor Dir her, als könne sie Dich vor all dem beschützen, was Du befürchtest.

Perfektionistische Ansprüche anderer befeuern Deinen Perfektionismus

Tatsächlich gibt es Menschen, die perfektionistische Ansprüche an andere haben.

Das kann ein Chef oder eine Kollegin sein, eine Mutter oder ein Vater.

Manchmal geraten wir auch an „Freunde“, die eine solche Veranlagung zeigen.

Das spielt unserem perfektionistischen Anteil in die Hände und er dreht auf, drängt uns zu immer weiteren perfekten Leistungen.

Was ist Dir wichtig?

Wichtig ist jedoch, dass Du einmal in Dich hineinspürst und für Dich herausfindest, ob Dir das gut tut.

Möchtest Du jederzeit perfekt sein (müssen) und die oft überzogenen Ansprüche anderer erfüllen?

Oder fühlst Du Dich mit einer einfach „nur“ guten Leistung wohl?

Verbesserungsmöglichkeiten bestehen immer, sind jedoch nicht entscheidend

Wenn Du die Möglichkeit hast, mit kreativen Menschen zu sprechen, die zum Beispiel Schreiben, Malen, Musizieren oder Schauspielern, wirst Du von ihnen hören, dass sie nie zu 100% mit ihrer Leistung zufrieden sind.

Ein klein bisschen besser geht immer.

Und dennoch sind sie zufrieden genug, um ihre Werke zu veröffentlichen.

Irgendwann kommt der Punkt, an dem gut auch gut genug ist.

Wir merken oft gar nicht, dass ein Kunstwerk Fehler hat

Das Geheimnis ist übrigens ganz oft:

Wir Normalsterblichen merken gar nicht, was noch besser zu machen wäre an der Leistung des Künstlers.

Uns erfreut das Ergebnis und wir staunen einfach nur, was Menschen alles hervorbringen können.

Gerade ein leicht verrutschter Pinselstrich oder ein Text, der zwar nicht perfekt, aber dafür sehr berührend geschrieben ist, macht diese Werke erst zu etwas Besonderem.

Perfekte Ergebnisse lassen oft das Gefühl vermissen, dass etwas von Herzen kommt und von einem Menschen geschaffen wurde.

Von Herzen gut

Daher möchte ich Dich ermutigen, gute Arbeit zu leisten, aber auch an einem bestimmten Punkt zu entscheiden, das etwas gut genug ist.

Natürlich entscheidet das auch manchmal ein Auftraggeber, aber dann kommt die Aufgabe noch einmal zur Überarbeitung zurück und Du darfst weiter feilen.

Gerade bei eigenen (Kunst-)Werken jedoch ist weniger oft mehr.

Hauptsache, Du bist in Deiner Essenz spürbar und berührst mit Deiner Arbeit die Herzen anderer Menschen.

Ich wünsche Dir unperfektionistische Lehrer, Auftraggeber, Eltern und Chefs, die Deine „einfach nur“ gute Arbeit zu schätzen wissen!

Alles Liebe

Claudia

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.