Warum Introvertierte in Gesprächen so ruhig sind

introvertierte

Unter uns, Introvertierte können genauso gut die Zeit mit Plaudern verbringen wie Extravertierte.

Besonders, wenn wir unter Unseresgleichen sind lassen wir uns gegenseitig recht genau wissen, was wir denken.

Auch stundenlange intensive Gespräche sind dann möglich und wenn es sein muss, sogar am Telefon.

Die klassische Frage an Introvertierte

Wenn Du Dich zur Familie der Introvertierten zählst, ist es Dir sicher schon öfter passiert, dass Dir die klassische Frage gestellt wurde:

Warum bist Du so ruhig?

Und hier folgt gleich meine Frage an Dich:

Gibst Du auf diese Frage eine Antwort?

Oder fällt Dir dann gerade nicht das Passende ein, was Du antworten könntest?

Eine Auswahl von dem, was sich in introvertieren Köpfen abspielt

Schauen wir uns doch einmal an, was in etwa in unseren introvertierten Köpfen ablaufen könnte, wenn wir in einer größeren Gruppe von Menschen ruhig werden:

1. Der Geräuschpegel ist Dir zu hoch 

Das kann ein Grund dafür sein, dass Du Dich in Deine Gedanken zurückziehst.

Vor lauter externer Geräuschkulisse gehst Du nach innen, um ein wenig Ruhe zu finden.

Du betrachtest die Welt dann durch Deinen gedämpften Filter und machst Dir deine eigenen Gedanken, die nicht einmal etwas mit der Situation zu tun haben müssen.

2. Du schaltest ab  

Das hängt ganz eng mit dem Geräuschpegel zusammen.

Unser introvertiertes Gehirn kann leichter von zu vielen äußeren Anreizen überflutet werden.

Dann haben wir manchmal Schwierigkeiten, das für uns Interessante herauszufiltern und versuchen erst gar nicht, den Überblick zu bewahren.

3. Alle reden, dann musst Du es nicht   

So fühlt es sich manchmal an, wenn Du unter Extravertierten als einer der wenigen Intros gelandet bist.

Die Menschen um Dich herum haben scheinbar so viel zu sagen, dass Du froh bist, nichts sagen zu müssen.

4. Du fühlst Dich fehl am Platz  

Ein Intro unter Extravertierten, das lässt Dich klar spüren, dass Du anders bist.

Einerseits bist Du erstaunt darüber, wie viele Oberflächlichkeiten es scheinbar wert sind, besprochen zu werden.

Andererseits fehlt Dir das Interesse an Small-Talk, da Du tiefgründige Gespräche bevorzugst.

5. Du hörst lieber zu  

Das ist eine typisch introvertierte Eigenschaft.

Du hast keine Schwierigkeiten damit, anderen die Bühne zu überlassen.

Zwar ist es ab und zu auch einmal anstrengend, all den Menschen zuzuhören, die sich gegenseitig mit ihren Geschichten zu übertrumpfen suchen.

Auf der anderen Seite kannst Du Dich eben auch zurücklehnen und einfach nur die Show genießen.

6. Du kennst die anderen noch nicht gut genug   

Bei Introvertierten kann es ein wenig länger dauern, bis sie mit anderen warm werden.

Besonders, wenn die anderen extravertiert sind und Dich anfangs vielleicht anders einschätzen.

Dann wirst Du vielleicht öfter um Deine Meinung gefragt, als Dir lieb ist.

Mit der Zeit wissen sie, dass Du einfach ruhiger bist und weniger sagst und Du teilst Dich bereitwilliger mit.

7. Du sagst nur etwas, wenn Du etwas zu sagen hast    

Reden um des Redens willen ist nicht so Dein Ding.

Schließlich möchtest Du Dir erst Gedanken über gewisse Dinge machen, ehe Du für Dich eine informierte Meinung formst.

Daher entscheidest Du Dich öfter, erst einmal nichts zu einem Thema zu sagen.

Die Antwort vorher überlegen

Hast Du Dich in dem einen oder anderen Punkt wiedererkannt?

Sicher hast Du Deine ganz eigenen Gründe, warum Du in manchen Gesprächen zurückhaltend bist.

Wie kannst Du also reagieren, wenn Dir die klassische Frage gestellt wird?

Statt zu sagen, dass Du am Austausch von Small-Talk und Oberflächlichkeiten mit Dir noch unbekannten Menschen nicht besonders interessiert bist, könntest Du Dir schon vorab eine Antwort zurechtlegen.

Sie könnte zum Beispiel lauten

„Ich finde es gerade interessant, Dir zuzuhören. Erzähl doch weiter…. “ oder

„Ich habe mir zu diesem Thema noch keine Meinung gebildet, rede gerne weiter…“

Es kommt auch darauf an, wie gut Du den Fragenden bereits kennst.

Wenn es ein Mensch ist, bei dem Du das Gefühl hast, dass er Dich mit Deinen introvertierten Eigenschaften versteht und auch zu schätzen weißt, ist es sowieso kein Problem.

Bei Menschen, die Du zum ersten Mal und dann vielleicht nie wieder triffst, kannst Du auch gut mit Gegenfragen arbeiten.

Dann bringst Du den Redefluss beim Anderen wieder in Gang und er darf weiterreden, was ihm wahrscheinlich entgegenkommt.

Du teils nur soviel, wie Du möchtest

Du darfst Deine Gedanken für Dich behalten, wenn Du sie nicht mit Deinem Gegenüber teilen möchtest.

Von daher kannst Du einfach locker auf die Frage antworten, was Dir gerade einfällt und was zur Situation passt.

Welche Antwort hast Du auf die klassische Frage „Warum bist Du so ruhig?“ für Dich gefunden?

Ich wünsche Dir, dass Du für Dich eine gute Art des Umgangs mit diesen Gesprächssituationen findest.

Alles Liebe

Claudia

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