Was steht in Deiner Trauerrede?

trauerrede

Da wir in diesen Wochen immer wieder mit der Endlichkeit unseres Lebens als Mensch auf der Erde konfrontiert werden, würde ich dazu gerne eine Übung mit Dir machen.

Dabei schauen wir uns an, was am Ende Deines Lebens in Deiner Trauerrede stehen würde.

Bitte entscheide gleich hier zu Beginn des Artikels, ob Du weiterlesen möchtest.

Wenn Dir das Thema zu nahe geht, weil Du sehr schmerzliche Erfahrungen mit dem Tod gemacht hast oder starke Angst beim Gedanken an den Tod hast, überspringe diesen Artikel bitte.

Starte vom Endpunkt aus

Diese Art der Betrachtung unseres Lebens vom Endpunkt her ist sehr wertvoll, da Dir eventuell klar wird, was Dir im Leben wichtig ist.

Wie geht es Dir, wenn Du an das Ende Deines Lebens denkst?

Fühlst Du Trauer, Angst, Bedenken, Hilflosigkeit, Sorgen?

Falls ja, sind das die Gefühle, die bei den meisten Menschen vorherrschen. In unserer westlichen Gesellschaft denken wir – wenn überhaupt – eher negativ über Tod, Sterben und alles, was damit zusammenhängt.

Wir sind gewohnt, alle Gedanken an den Tod beiseite zu schieben und zu unterdrücken.

Wie mit allen Gedanken, die wir dauerhaft zu unterdrücken versuchen, tut uns das nicht gut.

Weder Dir als Einzelwesen noch uns als Gemeinschaft.

Blende den Tod nicht aus

Wir maßen uns damit an, einen ganz wesentlichen Teil des menschlichen Lebenszyklus auszublenden.

Und meinen, der Tod würde uns kaum berühren, wenn wir lange genug so tun, als gäbe es ihn nicht.

Dieses Unterdrücken der Gedanken an den Tod lässt uns nach und nach vergessen, dass er auch uns und unsere Lieben eines Tages einholen wird.

Wir leben fröhlich vor uns hin, „vertreiben uns die Zeit“ mit allerlei schönen Dingen und entfernen uns immer weiter von der Wirklichkeit des Unvermeidlichen.

Wenn dann doch einmal die Oma stirbt oder eine Tante, dann trauern wir kurz, schieben aber die traurigen Gedanken schnell beiseite, um uns wieder der fröhlichen Seite des Lebens zuzuwenden.

Was darf in Deiner Trauerrede stehen?

Das ist auch gut, weil es unsere Hoffnung ausdrückt, dass wir noch lange leben mögen.

Andererseits kann die vorzeitige Beschäftigung mit dem Tod Dir wertvolle Hinweise für Dein weiteres Leben geben.

Was könnte ein lieber Mensch aus Anlass Deines Lebensendes auf Deiner Beerdigung sagen?

Was würdest Du Dir wünschen, wie darf ein Nachruf auf Dich aussehen?

Die Fragen im Detail

In Schritt 1 überlegst Du Dir zunächst all die Dinge, die Dir in Deinen unbeschwerten Phasen des Lebens wichtig sind:

Welche Interessen, Vorlieben und Fähigkeiten hast Du?

Wie sieht Dein bisheriger Lebenslauf aus?

Welche Menschen stehen Dir nahe, wie stehst Du mit ihnen in Beziehung?

Was schätzen die Menschen an Dir?

Was hast Du bisher in Deinem Leben erreicht?

Im zweiten Schritt stellst Du Dir vor, dass Du kurz vor Deinem Lebensende stehst und zurückblickst:

Was möchtest Du erlebt haben?

Welche Dinge erscheinen Dir aus dieser Perspektive wirklich wichtig?

Hast Du eine Botschaft oder ein Vermächtnis, das Du den Menschen in Deinem Umfeld oder allgemein hinterlassen möchtest?

Woran sollen sich die Menschen erinnern, wenn sie an Dich denken?

Als was für eine Art Mensch möchtest Du erinnert werden?

Woran möchtest Du Dich in den Momenten erinnern, kurz bevor Du die Erde verlässt?

Was wünschst Du Dir für die Menschen, die ohne Dich weiterleben?

Was wünschst Du Dir für Dein Leben nach dem Tod?

Wir wünschen uns ein erfülltes Leben

Es wäre so schön, wenn wir alle erst nach einem erfüllten Leben sterben würden.

Mit Hilfe dieser Fragen kannst Du Dir jetzt schon Gedanken darüber machen, was für Dich ein erfülltes Leben bedeutet.

Lebst Du bereits ein solches Leben?

Oder kannst Du Deine Weichen neu stellen, damit Du am Ende froh bist, Dein Leben gelebt zu haben?

Glücklicherweise ist uns der Zeitpunkt unseres Todes selten vorab bewusst.

Aber wir dürfen uns jederzeit anschauen, wofür wir leben und in welche Richtung unser Leben gehen darf.

Was wir uns erhoffen, was uns wirklich wichtig ist und wofür wir uns einsetzen wollen.

Mit den Antworten auf die Fragen aus dieser Übung zur Trauerrede erhältst Du vielleicht einige Anregungen dazu.

Ich wünsche Dir, dass Du ein nach Deiner Definition erfülltes Leben führen darfst.

Alles Liebe

Claudia

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.