Wenn Dein Lebensboot vom Kurs abkommt

lebensboot

Heute möchte ich mir zusammen mit Dir unsere gemeinsame Krise mit Hilfe eines Beispiels anschauen, das die Situation in die Seefahrt überträgt.

Diese Betrachtungsweise spiegelt ganz gut wider, auf welchem Kurs wir uns mit unserem Lebensboot derzeit befinden.

Dein Lebensboot macht sich auf den Weg

Stell Dir vor, Du bist der Kapitän auf Deinem Lebensboot.

Du bestimmst, wieviel Vorräte Du an Bord hast, wer als Teil Deiner Mannschaft dabei ist und wohin der Kurs Deines Bootes Dich führen soll.

Die Segel sind gesetzt und Du machst Dich auf den Weg, das große Lebensmeer zu bereisen.

Du hast Dich gut für Deine Fahrt zu Deinem nächsten Ziel vorbereitet und Fachleute zu Rate gezogen, welches wohl die beste Route zu Deinem Ziel ist.

Außerdem hast Dir ausgerechnet, wie lange die Reise dauern wird, wenn alles nach Plan verläuft.

An Bord hast Du alles, was Du brauchst

Entsprechend hast Du vorher Vorräte angelegt, die Du jetzt mit an Bord genommen hast, um während der Fahrt von ihnen zu zehren.

Mit dabei hast Du außerdem all Deine Fähigkeiten sowie Deinen Willen, sicher anzukommen und die Motivation, das Beste aus dieser Reise zu machen.

Die Reise beginnt und in der ersten Zeit geht alles glatt.

Das Lebensmeer ist Dir freundlich gesinnt und Du hast Rückenwind, der Dich unaufhaltsam in Richtung Ziel voranbringt.

Ein Sturm kommt auf

Unterwegs kommt plötzlich ein Sturm auf.

Du hast zwar schon einige Stunden vorher von dem Sturmtief erfahren, hattest aber gehofft, dass es noch abdrehen und Deine Reise nicht weiter beeinträchtigen würde.

Der Sturm wird immer stärker und Du musst den Kurs ändern, damit Dein Boot und Deine Mannschaft keinen Schaden nehmen.

Als Kapitän entscheidest Du, dass Ihr einen langen Umweg in Kauf nehmt, der Euch sicherer, aber um einiges später am Ziel wird eintreffen lassen.

Das bedeutet gleichzeitig, dass Du die Vorräte, die vorher großzügig bemessen waren, rationieren musst, da Du nicht genau sagen kannst, ob Deine zeitliche Berechnung hinsichtlich der Ankunft am Ziel richtig ist.

Der zweite Sturm verlangt eine drastische Entscheidung

Schließlich ist das nur der erste Sturm und es könnte noch weitere geben auf Deinem Weg.

Der Umweg erweist sich zunächst als die richtige Entscheidung, doch schon bald zieht ein weiterer, sogar noch stärkerer Sturm auf.

Du beschließt einen radikalen Schritt zu wagen und ein ganz anderes Ziel anzusteuern, da sonst Deine Vorräte nicht mehr reichen.

Weitab vom ursprünglichen Ziel entfernt gehst Du schließlich an Land.

Du betrittst völliges Neuland

Der Ort, an dem Du Deinen Anker geworfen und angelegt hast, erweist sich als völliges Neuland für Dich.

Du kennst weder die Sprache, noch die Kultur, noch die Menschen, mit denen Du in Kontakt kommst.

Doch Du hast Glück: Es stellt sich heraus, dass es einen Menschen gibt, der Deine Sprache spricht und so als Übersetzer zwischen Dir und den neuen Bekannten in dieser unbekannten Welt für Dich dienen kann.

Du erfährst, dass der Sturm bis auf weiteres alle Seerouten nach Hause und auch zu anderen Zielen unbefahrbar gemacht hat und Du eine längere Zeit auf dieser Insel wirst ausharren müssen.

Deine Fähigkeiten erlauben Dir, für Dein Auskommen zu sorgen

Da Du Deine Vorräte alle aufgebrauchst hast, wirst Du Deine Fähigkeiten kreativ einsetzen dürfen, um für Dein Auskommen zu sorgen.

Für den Anfang helfen Dir die freundlichen Menschen der Insel mit Lebensmitteln und einer Hütte aus, in der Du wohnen kannst.

Mit der Zeit befreundest Du Dich mit einigen dieser Menschen, lernst ihre Sprache und kannst mit Deinen Fähigkeiten auch ihnen helfen.

Dazu beteiligst Du Dich zum Beispiel an der Erntearbeit, erteilst Unterricht in Deiner Sprache oder lernst, sie beim Bau von Holzhäusern zu unterstützen.

Du bist erstaunt darüber, welche unbekannten Fähigkeiten in Dir  schlummern, von denen Du vorher gar keine Ahnung hattest.

Als Dich die Nachricht erreicht, dass das Lebensmeer wieder sicher befahrbar ist, freust Du Dich zwar, andererseits tut es Dir fast Leid, dass Du diese Insel wieder verlässt.

Die Zeit auf der Insel war wertvoll

Du hattest dort Zeit, über Dein Leben nachzudenken.

Ob Du die richtigen Ziele ansteuerst, welche Ziele Dir überhaupt wichtig sind, welche Fähigkeiten noch in Dir schlummern und wie Du in Zukunft leben willst und kannst.

Dir sind einige Dinge klar geworden, die Du in Zukunft anders machen willst.

Zum Beispiel nimmst Du Dir fest vor, Deinen Kurs auf dem Lebensmeer immer wieder hinsichtlich Deiner Ziele zu überprüfen.

Du hast auch gelernt, dass Du zwar ohne die gewohnten Sicherheiten dastehen kannst, Du Dich dennoch gleichzeitig auf Dich selbst, Deine Fähigkeiten und Deine Kreativität im Umgang mit schwierigen Herausforderungen verlassen kannst.

Die einfachen Dinge im Leben weißt Du jetzt viel mehr zu schätzen und bist glücklich, für Dich gute Entscheidungen treffen zu können, auch wenn die Stürme des Lebens einmal Dein Lebensboot in vollkommen neue Gefilde wehen.

Noch sind wir mitten im Sturm

Mit Vertrauen in die Situation, auch wenn wir gerade noch mitten im Sturm sind und nicht genau wissen, wie die Geschichte für uns ausgeht, lässt sich die derzeitige Lage vielleicht einigermaßen gelassen überstehen.

Ja, ich denke bewusst optimistisch und hoffe, dass wir alle an freundliche Gefilde geweht werden.

Und dass wir von dort aus auch in nächster Zukunft wieder in bekanntes Gewässer zurückkehren dürfen, nachdem wir so viel neues lernen konnten und uns über manches klar geworden sind.

Ich wünsche Dir, dass auch Du optimistisch in die Zukunft blicken kannst.

Alles Liebe

Claudia

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.