Wie Du Deine Einstellungen justieren kannst

Einstellungen

Einstellungen steuern Dein Verhalten

Dir ist wahrscheinlich bewusst, dass Du durch Deine Einstellungen Dein Verhalten und damit auch Dein Erleben steuerst.

Wenn ich das Wort Einstellung verwende, denke ich dabei zunächst an den übertragenenen Sinn, in dem es verwendet wird:

Einstellung bezeichnet in der Psychologie die Bereitschaft, mit der ein Mensch auf seine ganz eigene Art auf andere Menschen, Situationen, Personengruppen, Organisationen, Gegebenheiten oder auch Ideen reagiert.

Dabei nimmt er gleichzeitig eine Wertung vor, die er entweder aus gelernten Überzeugungen, Gefühlen oder Verhalten ableitet.

Als Ergebnis dieser Einstellung zeigt dieser Mensch dann zum Beispiel Sympathie, Identifikation mit einer Idee oder auch eine abweisende Haltung.

Einstellungen stehen fest, oder?

Uns kommt es oft so vor, als würde unsere Einstellung zu bestimmten Themen, Dingen oder Menschen feststehen.

Wenn wir uns unsere Einstellungen näher anschauen, merken wir jedoch, dass wir durch neue Informationen oder Ideen jederzeit eine Änderung unserer Einstellungen vornehmen können.

Nehmen wir einmal als Beispiel eine überquellende To-Do-Liste. Sobald Du die Liste betrachtest, wird Dir heiß: Es gibt noch so viel zu tun! Klar, dass Du Dich gestresst fühlst, oder?

Hier lautet die Einstellung „Volle To-Do-Liste = Stress hoch 10“. Versuchen wir jetzt, eine kleine Justierung Deiner Einstellung vorzunehmen.

Wir gehen ins Betriebssystem

Dafür gehen wir kurz in Deine Hardware, also Dein Gehirn, in dem diese Einstellung so in Deinem Betriebssystem, also Deinen Gedanken, abgespeichert ist.

Du schaust Dir die Einstellung an und stellst fest, dass es einfach nur Code ist.

Übertragen auf das Leben außerhalb Deines Körpers heißt das:

Die Einstellung, die Du mit einer vollen To-Do-Liste verbindest, ist in Wirklichkeit nur Deine Wertung einer Aneinanderreihung von Buchstaben und Zahlen auf einem Blatt Papier – oder in einer App, falls Du Deine Liste dort führst.

Nicht mehr und nicht weniger. Doch zurück zur Justierung: Ich nehme jetzt einmal an, dass Du gerne weniger Stress empfinden würdest, wenn Du an volle To-Do-Listen denkst.

Der Zaubertrick lautet: Überschreiben

Dann verrate ich Dir jetzt einen Zaubertrick: Überschreibe Deine Einstellung mit dem Satz „Volle To-Do-Listen bedeuten, dass ich gut zu tun habe!“ oder, falls Dir das eher zusagt, „Volle To-Do-Listen bedeuten, dass ich gebraucht werde“.

Du findest wahrscheinlich für Dich einen noch passenderen Satz, mit dem Du die ursprüngliche Einstellung überschreiben kannst.

Es reicht natürlich nicht, dass Du diesen Satz nur einmal vor Dich hinsagst.

Schließlich hast Du auch viele Monate oder Jahre daran gearbeitet, dass sich der Ursprungssatz so tief in Dein neuronales Netzwerk verankert hat, dass aus ihm eine Datenautobahn geworden ist.

Einstellungen sind schwer zu lösen

Jetzt ist er zu einer Einstellung geworden, die recht schwer zu lösen ist. Aber es ist möglich, wenn Du Dir die Zeit nimmst und den Satz immer wieder sagst, aufschreibst und in Gedanken wiederholst.

Langsam, aber sicher wird sich der alte Satz auflösen und durch den neuen überschreiben lassen.

Nachdem wir jetzt schon in Deinem Gehirn spazieren gegangen sind, können wir auch gleich mit einem anderen Bild weitermachen.

Mischpult voller Einstellungen

Es könnte hilfreich sein, wenn Du Dir Deine Einstellungen im wahrsten Sinne des Wortes bildlich vorstellst.

Stell dir dazu ein riesiges Mischpult vor, auf dem sich Regler aller Größen befinden.

Nimm Dir jetzt den Regler „Freundlichkeit“ vor und prüfe, wie er eingestellt ist. Wie freundlich bist Du von Deinem Betriebssystem her?

Hast Du ausgeprägte Datenautobahnen der Freundlichkeit in Deinem Gehirn angelegt, sind es eher einige Schnellstraßen oder gar nur ein paar Landstraßen im Laufe Deines Lebens geworden?

Auf einer Skala von 1 bis 10, wie ist Deine Standardeinstellung der Freundlichkeit? Wie erlebst Du Freundlichkeit in Deinem Leben, ist sie Dir wichtig?

Freundlichkeit nach oben regeln

Wenn Du daran interessiert bist, Deine Freundlichkeit etwas nach oben zu regeln, kannst Du Dir vornehmen, Deine Einstellung zu verändern.

Bei Freundlichkeit ist das recht einfach, denn die allermeisten Menschen kommen mit einer hohen Einstellung für Freundlichkeit auf die Welt.

Das liegt einfach in unserer Natur. Wie wir oben gesehen haben, gibt es jede Menge Einflussfaktoren, die unsere Einstellung verändern können.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass manche von uns den Freundlichkeits-Regler im Laufe der Zeit niedriger eingestellt haben.

Einstellungen sind jederzeit veränderbar

Das ist so lange in Ordnung, bis man davon weiß, dass Einstellungen etwas sind, an denen wir Veränderungen vornehmen können.

Auch wenn wir lange durch gewisse Prägungen oder Erfahrungen gelernt haben, unsere Einstellung in manchen Bereichen zu sehr nach unten oder oben zu regeln, können wir das jederzeit ändern.

Du weißt es jetzt und kannst beginnen, diesen einfachen Mechanismus für Dich zu nutzen.

Dabei stellst Du Dir vor, wie Du Deinen ausgesuchten Regler am Mischpult ganz leicht nach rechts oder links drehst, also Deine Einstellung zu diesem Thema verstärkst oder herunterregelst.

Du kannst Dir dabei Zeit lassen

Von außen sieht ja niemand, dass Du gerade an Deinen Einstellungen arbeitest, es sei denn, Du suchst Dir einen Menschen aus, dem Du davon erzählst und Ihr könnt Euch gegenseitig dabei unterstützen.

Meine Einstellung, mit der ich zur Zeit am liebsten experimentiere, ist die Kreativität.

Mit meiner 366-Tage Challenge, jeden Tag einen Blogpost oder eine Podcast-Episode in diesem Jahr zu veröffentlichen, verändere ich kontinuierlich meine Einstellung zu Kreativität und was alles möglich ist.

Das macht großen Spaß. Vielleicht hast Du jetzt auch Lust bekommen, mit einer Deiner Einstellungen zu experimentieren? Dann wünsche ich Dir viel Freude und schreib mir gerne einen Kommentar, was Du Dir vorgenommen hast!

Alles Liebe

Claudia

www.pixabay.com drehreglerübung

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