Wie Du Deinem Ärger auf die Schliche kommst

ärger

Na, hast Du schon irgendeine Art von Lagerkoller bekommen in den letzten Tagen?

Kam schon mal Ärger um die Ecke, um freundlich Hallo zu sagen?

Der Ärger an sich ist tatsächlich ein netter Geselle, der ja auch nur seine Arbeit tut.

Wie lang und eindringlich seine Besuche bei Dir ausfallen, liegt an Dir.

Wie läuft ein Besuch des Ärgers bei Dir normalerweise ab?

Kündigt er sich schon länger vorher an, oder „überfällt“ er Dich aus dem Nichts und Du kannst gar nicht anders, als Dich zu ärgern?

Wenn Du genauer hinhörst oder hinschaust, merkst Du wahrscheinlich, dass er sich immer ankündigt.

Ein guter Hinweis ist, dass Du spürst, wie Deine gute Laune, die Dich bis vorhin noch begleitet hat, sich auf den Weg nach draußen macht.

Nach und nach gerät sie mehr und mehr aus Deinem Blickfeld und ER schiebt sich dafür vor den Horizont: Der Ärger.

Du hättest ihn kommen sehen können, aber manchmal ist er auch so listig, dass er sich anschleicht.

Seine List ist phänomenal

Du kannst Dir das so vorstellen, dass Du zwar merkst, dass die gute Laune gerade weggeht, aber beim Blick aus dem Fenster ist der Ärger noch nicht in Sicht.

Er schleicht sich an, indem er die Bäume und Hecken, die Autos und Nachbarhäuser als Deckung nutzt.

Wann immer Du rausschaust, versteckt er sich.

Sobald Du Deinen Blick abwendest, legt er einen Zwischensprint ein und kommt damit Deinem Haus immer näher.

Manchmal zieht er auch Siebenmeilenstiefel an, steht von jetzt auf gleich vor Deiner Tür und hämmert dagegen, um eingelassen zu werden.

Das ist dann dieser überfallartige Besuch, den Du wahrscheinlich nicht ganz so gerne magst.

Wie hat er sich angekündigt?

Kannst Du körperlich spüren, wenn Deine gute Laune sich von Dir entfernt?

Wie verändert sich Deine Kommunikation?

Welche Gedanken hast Du in einem solchen Fall, die Dir verraten, dass sich Dein inneres Wetter von gut gelaunt zu ärgerlich ändert?

Es ist Dir sicher schon ab und zu gelungen, den Anflug Deines Ärgers früh genug zu bemerken.

Je nachdem, wie fein Deine Antenne zum Aufspüren von Ärger eingestellt ist, wirst Du ihn entdecken, noch während er sich anschleicht.

Mit der Zeit lernst Du auch, welche Situationen, Empfindungen, Erfahrungen, Verhalten, Gefühle oder Worte die Ampel für Deinen Ärger auf grün springen lassen und er sich eingeladen fühlt, bei Dir vorbeizukommen.

Welche Zutaten ergeben das Rezept für Ärger?

Hilfreich kann sein, wenn Du Dir nach ärgerlichen Momenten die Zeit nimmst und das Verhalten Deines Ärgers analysierst.

Dann kannst Du detaillierte Rezepte dafür erstellen, welche Zutaten Du brauchst, um ganz bestimmt ärgerlich zu werden.

Es ist manchmal sehr erstaunlich, welche Zutaten das sind.

Beim Einen reicht schon, wenn er schlecht geschlafen hat, um auch die beste Laune zu vertreiben und dem Ärger weit die Türe zu öffnen, sogar ohne dass er geklingelt hätte.

Das freut den Ärger, denn all die Anschleichmanöver und Versteckspiele sind dann gar nicht nötig.

Beim Anderen müssen ganz viele Dinge zusammenkommen, bis der Ärger es – mit viel Geduld und List – schafft, endlich eingelassen zu werden.

Der Ärger besetzt immer nur einen Teil Deines Hauses

Wichtig ist, dass Du erkennst, dass der Ärger immer nur einen Teil Deines Hauses besetzt, also nur ein Teil von Dir ärgerlich ist.

Ein anderer Teil von Dir kann sich das Schauspiel in Ruhe ansehen und dafür sorgen, dass der Ärger Dich nicht komplett verschlingt und Dich vergessen lässt, dass Du immer noch die Zügel in der Hand hast.

Gib dem Ärger ruhig Raum, wenn er da ist. Bei ihm ist es ähnlich wie bei der Angst.


Wenn Du ihn immer wieder wegschickst und unterdrückst, wird er auf Dauer umso mächtiger und es wird dem Beobachter in Dir schwerer fallen, die Zügel komplett in der Hand zu behalten.

Vorbeugung ist möglich

Sobald Du die Rezepte für Deinen Ärger kennst, kannst Du auch vorbeugend einige Dinge tun, damit der Ärger in wohldosierter Form zu Besuch kommt.

Zum Beispiel kannst Du Dir regelmäßig überlegen, ob es derzeit in Deinen Beziehungen Konflikte gibt, die den Ärger einladen könnten.

In ärgerlosen Zeiten kannst Du die noch kleinen Konflikte mit Deinen Lieben besprechen, damit sie nicht vor sich hin schwelen und Du von heute auf morgen einen überfallartigen Besuch Deines Ärgers bekommst.

Bei alldem unterstelle ich Dir, dass es Dir so geht wie den meisten Introvertierten:

Wir sind eher harmoniebedürftig und mögen unangemeldete Besuche nicht so gern.

Außerdem denken wir gerne nach (auch in Konflikten), bevor wir Sachen sagen, die uns hinterher leidtun.

All das spricht dafür, sich vorab einige Gedanken über eventuell bevorstehende Besuche des Ärgers zu machen.

Vielleicht lädt das die gute Laune ein, länger bei uns zu bleiben und die Besuche des Ärgers zu Stippvisiten zu verkürzen.

Ich wünsche Dir möglichst wenige Besuche Deines Ärgers, besonders in der nächsten Zeit!

Alles Liebe

Claudia

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.