Wie Du Deinem Selbst auf die Spur kommst

Selbst

Wer oder was bist Du?

Kennst Du Dein Selbst?

Wie leicht fällt es Dir, diese Fragen zu beantworten?

Je nachdem, wer Dich das fragt, kommen Dir wahrscheinlich verschiedene Antworten in den Sinn.

Die Frage „Wer bist Du?“ klingt auch viel vertrauter als „Was bist Du?“.

Und die Frage nach Deinem Selbst ist möglicherweise sogar erst einmal schwer zu verstehen.

Auf der Suche nach dem Selbst

Nehmen wir einmal an, Du sitzt Dir im Spiegel gegenüber und fragst Dich selbst.

Wenn Du magst, kannst Du Dir Deine Antworten aufschreiben.

Dafür nimmst Du zuerst die einfachere Variante:

Wer bist Du?

Vermutlich fallen Dir Antworten ein wie „Ich bin (Dein Name), Mutter von (Name Deiner Kinder), Partnerin von (Name Deines Partners), Kind von (Name Deiner Eltern), Schwester von (Name Deiner Geschwister), (Deine Berufsbezeichnung), (Dein Hobby), (Deine Rolle im Verein)“ oder ähnliches.

Als nächstes fragst Du Dich:

Was bist Du?

Hier erhältst Du vielleicht einige Eigenschaften als Antwort wie zum Beispiel „Ich bin freundlich, fleißig, nett, hilfsbereit, offen für Neues, musikalisch, kreativ, vielseitig interessiert …“.

Identifikationen als Antworten

Die Antworten auf beide Fragen könnten wir unter dem Oberbegriff Identifikationen zusammenfassen.

Identifikation kommt aus dem Lateinischen von idem „derselbe“ und facere „machen“, was übersetzt „gleichsetzen“ bedeutet.

Du könntest es auch mit „sich wiederfinden in“ übersetzen.

In Deinen Aussagen findest Du Dich wieder.

Du identifizierst Dich also mit Deinen Rollen, Eigenschaften, Gedanken, Gefühlen, Empfindungen, Deinem Körper und Verstand, Deinen Wünschen und Bedürfnissen.

Um die Frage nach dem Selbst zu beantworten, machen wir einen kleinen Umweg mit Hilfe der folgenden Übung.

Mache es Dir dazu kurz bequem und gehe die folgenden Schritte durch:

1. Werde Dir Deines Körpers bewusst

Spüre, wie Du dasitzt und Deine Füße den Boden berühren.

Atme einige Male ein und aus und beobachte dabei, welchen Weg die Atemluft nimmt.

Hebt sich Deine Bauchdecke beim Einatmen?

Jetzt sagst Du Dir:

„Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht mein Körper.“

Merkst Du, dass dieser Satz wahr ist?

2. Werde Dir Deiner Gefühle bewusst

Was fühlst Du im Moment?

Was ist das vorherrschende Gefühl in Deinem Alltag?

Wann hast Du zum letzten Mal Ärger, Wut, Freude oder Liebe gefühlt?

Sind Dir Deine Gefühle bewusst, sobald sie in Dir aufsteigen?

Jetzt sagst Du Dir:

„Ich habe Gefühle, aber ich bin nicht meine Gefühle.“

Klingt dieser Satz wahr für Dich?

3. Werde Dir Deiner Wünsche bewusst

Was sind die wichtigsten Wünsche, die Dich zur Zeit bewegen?

Mit welchem Wunsch identifizierst Du Dich komplett?

Jetzt sagst Du Dir:

„Ich habe Wünsche, aber ich bin nicht meine Wünsche.“

Fühlt sich der Satz wahr an?

4. Werde Dir Deiner Gedanken bewusst

Beobachte, wie die Gedanken an Deinem inneren Himmel entlangziehen wie fluffige Wolken.

Oder wie tiefhängende Regenwolken, die fast am Boden hängenbleiben.

Versuche, sie einfach ziehen zu lassen, ohne große Anstrengung (hier ist ein passender Blogartikel dazu).

So siehst Du Meinungen, Argumente, Erinnerungen, Ideen, Bilder, Liedtexte oder Beurteilungen vorbeiziehen.

Jetzt sagst Du Dir:

„Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken.“

Spiegelt dieser Satz Deine Erfahrung wider?

5. Hast Du Dein Selbst erkannt?

Indem Du all die Schritte gemacht hast ist Dir vermutlich aufgefallen, dass Du nicht Dein Körper, Deine Gefühle, Deine Wünsche und Deine Gedanken bist.

Du ahnst sicher, was jetzt kommt:

Wer hat diese Beobachtungen gemacht?

Wer hat Dich bei Deinen Wahrnehmungen wahrgenommen?

Das war Dein Selbst,

Das bist Du

Deine innerste Essenz.

Das, was übrigbleibt, wenn alle anderen Identifikationen wegfallen.

Die einzige Identifikation, die Dich ganz Du selbst sein lässt.

Dein Wesenskern, der sich mit allen Dingen in Deinem Leben identifizieren kann.

Der gleichzeitig aber weiß, dass er es nicht muss.

Damit bist Du bei Dir selbst angekommen

Von hier aus kannst Du das Leben im Laufe der Zeit immer gelassener betrachten.

Und Du kannst immer wieder Ausflüge in die verschiedensten Identifikationen „draußen“ unternehmen, ohne Dein Selbst zu verlieren.

Deinen Urgrund, auf den Du Dich immer verlassen kannst und der nie zerstört werden kann.

Wie fühlt sich das an?

Spürst Du, dass Dir dieses Wissen einen wertvollen Schlüssel in die Hand gibt?

Du darfst den Schlüssel jeden Tag nutzen und Dich darin üben, Deine Identifikationen zu erkennen.

Ich wünsche Dir viel Freude mit dieser Erfahrung.

Alles Liebe

Claudia

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