Wie Du den Überblick behältst

Sobald Du das Gefühl bekommst, den Überblick zu verlieren, ist es an der Zeit, innezuhalten.

Das Gefühl, nicht mehr zu überblicken, was als nächstes dran ist, welche Aufgabe zuerst zu erledigen ist oder um welche Angelegenheit Du Dich gerade am dringendsten kümmern solltest, ist ein klares Signal dafür abzubremsen.

Du bist Du schnell unterwegs und hast zu viel auf Deiner Aufgabenliste, so dass Dir die Kontrolle zu entgleiten droht.

Bei dieser gefühlten Kontrolle oder dem drohenden Kontrollverlust handelt es sich allerdings nur um eine Illusion.

Planen heißt nicht kontrollieren

Denn in Wirklichkeit haben wir gar nichts unter Kontrolle.

Ja, Du kannst bis ins kleinste Detail hinein alles planen, was Du vor hast und doch ist dieses Kontrollgefühl nur eine Illusion.

Das klingt jetzt nicht gerade ermutigend, andererseits weitet es vielleicht Deinen Blick.

Du siehst auf einmal, dass Du Dir zu viel „Müssen“, „Sollen“ und „Wollen“ zumutest.

Und das vernebelt den Blick und erhöht Dein Stressniveau.

Dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass Du in negative Gefühle abgleitest und Dich in einem Keller wiederfindest.

Dort sind die Fenster so klein, dass Du den genannten Überblick tatsächlich verloren hast und erst einmal feststeckst.

Denn solange Du Dich mit den negativen Gefühlen streitest und Dich gegen sie wehrst, wirst Du Dich nur schwer befreien und wieder auf die Aussichtsplattform hochsteigen können.

Negative Gefühle anerkennen

Als erstes ist wichtig, dass Du die negativen Gefühle erkennst als das, was sie sind.

Sie sind Wegweiser, dass Du im Abstieg begriffen bist.

Die Aufgaben von Ungeduld, Missmut, Angst und Stress bestehen darin, Dir unmissverständlich vor Augen zu führen, dass Du auf der Holztreppe nach unten unterwegs bist.

Sie haben ihre Aufgabe erfüllt, wenn Du merkst, dass Dir der Überblick verloren gegangen ist.

Statt Dich also jetzt gegen diese Gefühle zu wehren, kannst Du Dich bei ihnen bedanken, dass sie Dir so klar gezeigt haben, dass Du in die falsche Richtung unterwegs bist.

Nimm die Anteile in Dir wahr, die Dir Deine Gefühle widerspiegeln

Die Anteile in Dir, die Dich Ungeduld, Missmut, Angst und Stress fühlen lassen, sind sehr daran interessiert, von Dir wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden.

Das meine ich wirklich ernst.

In dem Moment, wenn Du anfängst, Dich bei Deinen Anteilen für diese Gefühle als Frühwarnsystem zu bedanken, geht es auch schon wieder langsam bergauf.

Du könntest etwas sagen wie:

„Danke an den Teil von mir, der mich daran erinnert hat, dass ich mir im Moment zu viel zumute!“ oder

„Danke für den Hinweis, dass ich im Augenblick so viel zu tun habe, dass ich Stress empfinde!“

Zeige Deinen Anteilen, dass die Nachricht angekommen ist

Damit Deine inneren Anteile spüren, dass Du es ernst meinst und ihre Nachricht verstanden hast, ist es empfehlenswert, wenn Du Deinen Worten auch Taten folgen lässt.

Dafür überlegst Du Dir, was Dir jetzt in diesem Moment von Angst, Ungeduld, Stress oder Missmut gut tun würde.

Eine Pause wirkt da oft Wunder, gerade dann, wenn Du das Gefühl hast, Dir gerade keine Pause leisten zu können.

Eine gute Tasse Tee oder Kaffee ganz in Ruhe genossen, vielleicht sogar mit einem Stückchen Kuchen oder Schokolade, zeigen Deiner Seele über den Körper, dass ihre Nachricht wirklich angekommen ist.

Auch bewusstes, langsames Atmen während Du einen kurzen Spaziergang machst, einige Minuten meditierst, den Wolken zusiehst oder Deine Lieblingsmusik hörst kann ein Signal setzen.

Wenn Du es jetzt auch noch schaffst, Dich an eine schöne Begebenheit zu erinnern, die Dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wirst Du merken, wie Du Dich beruhigst und die negativen Gefühle abnehmen.

Zurück auf die Übersichts-Plattform

Das ist selbstverständlich nur ein Anfang.

Gerade wenn Du einige Tage lang mit negativen Gefühlen oder Stress verbracht hast, lässt sich das nicht einfach so wegatmen.

Allerdings eröffnet es Dir die Möglichkeit, die Kellertreppe wieder nach oben zu steigen, die negativen Gefühle abzustreifen und Schritt für Schritt wieder auf Deine Aussichtsplattform zu gelangen.

Dort hast Du den gewohnten Überblick und die positiven Gefühle überwiegen.

Du hast das Gefühl, wieder mehr Kontrolle zu haben, auch wenn Du ja weißt, dass dies eine Illusion ist.

Dennoch ist es hilfreich, durch das Anerkennen der negativen Gefühle wieder in einen Zustand von mehr Ausgeglichenheit zu kommen, damit Du Deinen Überblick behältst oder zurückerlangst.

Ich wünsche Dir, dass Du bemerkst, wenn Du auf dem Weg bist, Deinen Überblick zu verlieren.

Und dass Du daran denkst, rechtzeitig die passenden Gegenmaßnahmen für Dich zu ergreifen.

Alles Liebe

Claudia

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