Wie sich aus Gefühlen Deine Stimmung formt

Stimmung

Stimmungen halten sich über einen längeren Zeitraum.

Sie werden beeinflusst von unserem Grundtemperament und von unseren Gedanken, aus denen wir Gefühle entwickeln.

Schauen wir uns das einmal näher an:

Introvertiertes versus extravertiertes Temperament

Als introvertierter Mensch schaust Du von Deinem Temperament her eher nach innen.

Daraus beziehst Du Deine Energie, von Deiner nach innen gerichteten Aufmerksamkeit.

Auch äußere Faktoren spielen eine Rolle, aber sie entziehen Dir eher Energie, als dass sie Dir welche geben.

Ruhe und Alleinsein füllen Deine Energie wieder auf, wohingegen unsere extravertierten Schwestern und Brüder ihre Aufmerksamkeit nach außen und damit auf andere Menschen richten, um ihre Energie aufzuladen.

Mit einem introvertierten Temperament fällt es Dir derzeit um einiges leichter als einem extravertierten Menschen, die Situation gut zu überstehen.

Trübe Gedanken erzeugen schlechte Stimmung

Aber ich vermute, dass auch Dich ab und zu trübe Gedanken besuchen, die auf Dauer Deine Stimmung drücken können.

Eine Aneinanderreihung von trüben Gedanken führt zu unangenehmen Gefühlen wie zum Beispiel Zukunftsangst, Überforderung oder Gereiztheit.

Wenn diese Gedanken nur oft genug bei Dir vorbeischauen und Gefühle dieser Art hervorbringen, kann sich eine länger anhaltende Stimmung entwickeln.

Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass Du – je länger die derzeitige Situation andauert – öfter trübe Gedanken hast, aus denen unangenehme Gefühle entstehen.

Perlenkette von unguten Gefühlen

Unser Gehirn registriert diese unangenehmen Gefühle und sie reihen sich aneinander wie die Perlen einer Kette.

Irgendwann hast Du unbewusst genügend unangenehme Gefühle aufgefädelt und es reicht für eine Kette, die sich ganz von allein als Stimmung um Deinen Hals legt.

Du spürst das Gewicht dieser Kette je nach Schwere der Gefühle auf Deinen Schultern, in Deinem Nacken oder auch auf Deinem Brustbein.

Das geschieht völlig unbemerkt und unbewusst und Du kannst gar nichts dafür, weil das einfach der Mechanismus ist, nach dem das Ganze funktioniert.

Was kannst Du jetzt tun?

Du kannst Dir erst einmal bewusst darüber werden, dass Du eine solche Kette umhängen hast.

Spüre einmal in Dich hinein, ob Du Hals-, Nacken- oder Schulterverspannungen hast, denn das ist schon mal ein guter Hinweis.

Falls Du Verspannungen in diesem Bereich merkst oder auch ohne körperliche Hinweise deutlich spürst, dass Deine Stimmung trübe ist, kannst Du in Gedanken die Kette abnehmen und sie Dir einmal genauer anschauen.

Denke zurück an die letzten Tage und Wochen.

Es gab so viele neue Informationen und Herausforderungen zu verdauen.

Es kein Wunder, dass Du Perle für Perle eine schwere Stimmungskette aufgefädelt hast.

Übung: Gefühl und Gegenmittel

Am besten nimmst Du Dir ein Blatt Papier und gehst einmal die Gedanken durch, die Gefühle wie Unsicherheit, Angst, Verwirrung, Überforderung oder ähnliches in Dir ausgelöst haben.

Vielleicht gibt es bestimmte Situationen oder Informationen, an die Du Dich besonders gut erinnerst.

An alle Gedanken, die Du hattest, wirst Du Dich nicht erinnern, aber es hilft schon, wenn Du einige Gefühle aufschreiben kannst, die aus Deinen Gedanken entstanden sind.

Halte dafür jeweils eine Perle Deiner schweren Stimmungskette zwischen den Fingern und überlege, für welches Gefühl sie stehen könnte.

Teile das Blatt mit einem Strich in zwei Hälften.

Schreibe über die linke Seite das Wort „Gefühle“ und über die rechte Seite das Wort „Gegenmittel“.

Schreibe Perle für Perle die schweren Gefühle auf der linken Seite untereinander auf, bis Du etwa 10 Gefühle zusammenhast.

Im nächsten Schritt überlegst Du Dir für jedes Gefühl ein Gegenmittel, mit dem Du das Gefühl abmildern kannst.

Das muss gar nichts großes sein, sondern einfach nur eine kleine Idee, die Dir hilft, einen Gegenpol zu dem trüben Gefühl zu setzen.

Wenn Du zum Beispiel „Angst, mich anzustecken“ aufgeschrieben hast, kannst Du als Gegenmittel notieren „Hygienevorschriften einhalten“.

Oder bei „Angst davor, meinen Job zu verlieren“ schreibst Du als Gegenmittel „Bei welchem Arbeitgeber würde ich mich am liebsten bewerben“ auf.

Die Stimmungskette wird leichter

So gehst Du Stück für Stück Deine Liste durch.

Sinn dieser Übung ist, dass Du Deine unangenehmen Gefühle anerkennst, gleichzeitig aber Deine Gedanken auf mögliche Lösungen richtest.

Du erlebst dadurch, dass die schweren Gefühle leichter werden.

Wenn Du das für jede Perle der Stimmungskette machst, wird die Kette insgesamt um einiges leichter.

Es kann sogar sein, dass Du spürst, dass sich Deine Verspannungen im Nacken- Hals- und Schulterbereich etwas lockern und Du auch auf körperlicher Ebene eine Erleichterung fühlst.

Nachdem Du jetzt diese Übung kennengelernt hast, kannst Du in der nächsten Zeit darauf achten, ob Du einen dunkel gefärbten Gedanken zu einer Gefühlsperle werden lassen willst, die dann Deine Stimmung mitbestimmt.

Halte nach guten Nachrichten Ausschau

Genauso kannst Du Dich auf die Suche nach guten Nachrichten machen, die helle Gedanken auslösen.

Diese hellen Gedanken werden zu guten Gefühlen, die zu Luftballons werden und Dir eine Stimmung von Leichtigkeit bringen, wenn Du genügend davon einsammelst.

Dann kannst Du die schwere Stimmungskette eine Weile ablegen und Dich von den Ballons nach oben ziehen lassen.

Ballons und Kette werden sich immer wieder abwechseln.

Dieses Wechselspiel kannst Du mit der Zeit sogar genießen, da Du weißt, dass auch eine trübe Stimmung nicht für immer bleiben muss.

Ich wünsche Dir viele Ballons und auch die ein oder andere wertvolle Gefühlsperle, die es zu entdecken gilt.

Alles Liebe

Claudia

1 Kommentar zu „Wie sich aus Gefühlen Deine Stimmung formt“

  1. Gute Idee mit der Kette! Man spricht nicht zu Unrecht von Gedankenketten. Gestern schickte ich einen Luftballon los: Vor der Apotheke war eine lange Schlange Abstand haltender Kunden, in die ich mich einreichte. Zur Zeit gehe ich kaum raus und habe wohl schon Muskeln verloren. Die Wartezeit bescherte mir Rückenschmerzen und ich lehnte mich mit Erlaubnis des Bodyguards der den Eingang hütet an die Hauswand. Ein junger Mann merkte das und ließ mir den Vortritt in die Apotheke. Klar bedankte ich mich, denn selbstverständlich ist in ds. Tagen der Ausgangsbeschränkung gar nichts. Und dass wir uns anlächelte, war sozusagen eine Zugabe vom Glück. Mit knappen Worten: Ich schickte einen bunten Luftballon in den kärntnerblauen Himmel.Danke für Deine Tipps und Tschüss. gelssieb

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.